Gedankenballett

24 Dinge, die man (ICH!) als Erstsemester denkt

Ana - 22. November 2016

Es gibt Gedanken, die hat einfach jeder in einer bestimmten Lebenslage. Zwar sind sie so daneben, dass es keiner laut zugeben mag, aber wo kommen wir denn hin, wenn wir uns für Dinge schämen, die allen durch den Kopf schwirren? Daher präsentiere ich euch meinen Sprung ins Kalte Wasser – auf die Gefahr hin, dass ich die Einzige bin, die so denkt und mich jetzt als komplett bescheuert oute. Beten wir, dass dem nicht so ist. 24 Dinge, die (zumindest) ich als Erstsemester denke.

  1. Ich geh da jetzt rein und tue so, als wäre ich kein Erstsemester.
  2. Omg, merkt man mir sehr an, dass ich keine Ahnung habe, wo ich hinlaufe?
  3. Noch eine Vorstellungsrunde.
  4. Oh, nein jetzt bin ich dran. Soll ich jetzt anfangen zu reden? Jetzt? Ja jetzt, los!
  5. Hoffentlich schaffe ich es diesmal, mich NICHT zu verhaspeln.
  6. Ich würde mir das jetzt echt gerne notieren, aber niemand sonst notiert sich was und man soll nicht denken, dass ich übermotiviert bin.
  7. Wieso holt sich verdammt nochmal keiner ein Dessert? Bin ich die Einzige, die vollkommen zuckersüchtig ist?
  8. Kann ich es wagen über mein Alter zu lügen? Lügen kommen am Ende immer raus, nicht?
  9. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich dafür schämen muss 18 zu sein.
  10. Noch ein Glas Alkohol und ich verabschiede mich ins Dornröschchenkoma… „Ana, wir müssen unbedingt was zusammen trinken!“ „Hey ja, jaaaa unbedingt. Ich hatte erst viel zu wenig heute!“
  11. Alle haben einen einzelnen Ordner für jedes Fach und ihre Skripte sehen wie glatt gebügelt aus, wieso kann ich nicht so sein?
  12. Ich hole mir jetzt einfach ein Dessert. Die können mich alle mal mit ihrem „omg man denkt es kaum, aber er macht sooooo satt“-Hähnchensalat.
  13. Heute werde ich 5 Vorlesungen nacharbeiten, ein Kick-Ass-1A-Referat für mein Seminar auf die Beine stellen und mein ganzes Zimmer putzen.
  14. Wenigstens Jess von New Girl versteht mich. Ich bin okay so wie ich bin, ich muss mich nicht verändern. Ich darf auch mal den ganzen Tag quasi tot auf dem staubigen Boden liegen und an die Decke starren. Ich bin trotzdem liebenswert. Ich bin quasi Jess.
  15. Okay, ab morgen bist du normal, Ana. Vielleicht macht dieser Salat von diesen unmoralischen, hühnchenmordenden, dünnen Mädchen ja wirklich satt… Und Ordner kaufst du dir auch welche, von diesen richtig schönen-
  16. 7 Euro für einen Ordner? Ist es das Wert? Müsli schmeckt morgens auch mit Wasser! Ehm, ok, ich rufe Mama an, ob ich noch Ordner zu Hause habe.
  17. Hey, die kenn ich doch! Die ist nett – scheiße, wie hieß die nochmal… okay sie kommt näher. Okay scheiße, schnell schnell, wie hieß die nochmal?
  18. Wahnsinn, wie tiefgründig man sich unterhalten kann, ohne den Namen des anderen zu kennen.
  19. Ich wünschte ich könnte jetzt einfach einen hysterischen Heulkrampf performen, ohne dass meine Mitbewohner mich dann stationär einweisen müssen.
  20. Dafür ist Familie also da.
  21. Was ist Kommilitonen für ein scheiß Wort? Bin ich die Einzige, die Hemmungen hat, es auszusprechen?
  22. Ich brauche definitiv wieder festen Boden unter den Füßen.
  23. Ach Quatsch, wer braucht schon festen Boden unter den Füßen? Wann hat man den schon?
  24. In Ordnung, ich gebe es zu – insgeheim finde ich es toll, zu schwimmen. Und als einzige am Tisch ein Dessert zu essen. Und täglich in einen Raum zu laufen, den ich nicht schon seit 8 Jahren kenne. Mit Menschen, denen Namen ich mir noch einprägen muss.

Und durch. Endlich ist es raus! Auch wenn ich gerne jammere, mich beklage, die Welt und das Schicksal verteufele – ich schätze mich wirklich glücklich hier zu stehen, wo ich stehe und so zu sein, wie ich bin. Im ersten Monat (und auch jetzt noch!) steht zwar noch alles Kopf, doch ist mir das tausend Mal lieber, als in die langweilige Spirale der sogenannten „Routine“ zu geraten. 😉

Wie sieht es bei euch aus? Erkennt ihr euch wieder? In welchen Punkten schließt ihr euch der Liste an? Welche Gedanken gehören auf eure Liste?

Beitragsbild: Unsplash.com // Daher Khairy

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10 Comments

  • Mara 22. November 2016 at 10:34

    Ohje, deskriptive Statistik hört sich auch nicht sonderlich prickelnd an! 😀

    Und deine Punkte habe ich mir im ersten Semester auch des Öfteren gedacht bzw. tue es auch heute noch!
    Vor allem die Sache mit dem Dessert – ich werde das auch nie verstehen! Ich kenne auch so viele Leute, die mittags in der Mensa essen und dann abends quasi nichts mehr. WIESO? Zu so was wäre ich glaube ich niemals fähig und komme mir dann manchmal dezent doof vor, wenn ich um Mitternacht mal wieder mit einem Teller Pancakes im Bett sitze. Aber dann auch irgendwie wieder nicht – kann man schließlich machen! 😀
    Und die meisten Namen kann ich auch jetzt nach drei Semestern noch nicht, hachja!

    Reply
    • Ana 24. November 2016 at 10:26

      Nene – aber es geeeht. Also klar ist es kein Zuckerschlecken aber sicherlich nicht unmöglich. 🙂

      Das finde ich auch krass – um 13-14 Uhr das letzte Mal essen… mir kommt es schon unmöglich vor, nach 18 Uhr nichts mehr zu essen. 😀 Und jaaaaa Mitternachtssnacks gibt es bei mir auch regelmäßig, ist ja auch nicht wild – wir essen halt intuitiv 😉

      Reply
  • Katrin 22. November 2016 at 15:03

    „Kommilitonen“ ist das bescheuerste Wort überhaupt! bis jetzt hat mich da keiner verstanden..
    und ansonsten: ja, ja und ja 😀 besonders das mit dem Alter und dem Mitschreiben und dem auffällig unauffällig sein!
    großartiger Post, ich hoffe, dass sich das schnell einpendelt, denn eigentlich ist es ja wirklich ganz cool was Neues zu machen.

    Liebe Grüße Katrin

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    • Ana 24. November 2016 at 10:27

      Liebe Katrin, ich verstehe dich! 😀
      Danke für deinen lieben, ermutigenden Kommentar – schön, dass ich mit diesen Gedanken nicht alleine bin 😉

      Reply
  • Tabea 22. November 2016 at 19:47

    Ich bin ja gerade auch im ersten Semester, aber meine Gedanken sind größtenteils anders, wenn auch nicht besser 😉
    Nur „Wie war der Name noch mal?“ passiert mir auch oft… aber sonst ist meine Hochschule sehr klein (Außenstelle der THM mit 88 Studenten insgesamt)… es gibt also keine Mensa oder so. Dafür denke ich dann: Bin ich die einzige Person, die sich in den Frühstückspausen gern bewegt? Macht es den anderen nichts aus, sich zu Tode zu langeweilen (ich brauche immer mein Handy und Strickzeug…)? Bin ich die einzige, die sich zu Hause was zu essen macht und es mitnimmt?
    … und die Antwort auf die meisten der Fragen lautet JA, genau wie ich eben das einzige Mädchen im Semester bin 😉

    Liebe Grüße und noch viel Spaß mit deinem Pudding zum Mittagessen, weil Salat blöd ist 🙂

    Reply
    • Ana 24. November 2016 at 10:31

      Ach krass – also ich bin jetzt nicht so die Multitasking-Person in der Uni. Ich höre zu, schreibe mit oder gucke verstört nach vorne. Aber stricken tun bei uns auch einige 😀
      Und Essen mit zu nehmen ist hier trotz Mensa echt Gang und Gebe. Viel zu oft verplane ich das, aber wenn ich mal was vorkoche sind da noch einige am Tisch, die es genauso gemacht haben:D

      Du bist das Einzige Mädchen im Semester? Was studierst du denn? Man, man das ist ja krass!

      Achja, Salat ist nicht blöd (Hühnchen find ich blöd :p), aber Satt kriegt der mich nur in den seltensten Fällen. Danach kann man sich schon ein Dessert gönnen 😀

      Reply
  • Vita 23. November 2016 at 21:07

    Wieso schämst du dich für dein Alter? Sind wirklich so viele älter bei dir? Als ich mit meinem Studium angefangen habe, war ich 19 und viele unter unseren Leuten waren noch 18 und ein paar wenige Fälle sogar 17. Daher seh ich das gar nicht als schlimm an. Klar gibt es auch viele, die älter sind (haben auch 30-Jährige dabei), aber es ist doch ziemlich bunt gemischt.
    Und zu dem Notizen machen: MACH ES! 😀 Ich notiere mir auch immer viel, weil ich mich meistens am nächsten Tag schon nicht mehr daran erinnern kann, was Inhalt der Sitzung war 😀

    Was ich damals gedacht habe, sind auch eher so Sachen wie: „omg, wo muss ich hin? Wo ist dieser Raum“ oder auch so banale Dinge wie:“Wie bearbeite ich die Aufgabe jetzt richtig? Ist das so wie in der Schule oder anders?“

    Liebe Grüße,
    Vita

    Reply
    • Ana 24. November 2016 at 10:34

      Ach Vita – alles mit einem Augenzwinkern lesen. Schämen tu ich mich nicht, doch merkt man richtig, wie sich die Meinung vieler verändert, wenn man mit dem Alter rausplatzt. Dabei geht es glaube ich vor allem darum, dass ich direkt nach dem Abi mit dem Studium begonnen habe und nicht noch ein Gap Year genommen habe:) Aber naja sind Vorurteile und die legen sich dann nach einigen Worten 🙂

      Ui ja – das letzte hatte ich auch oft, wenn wir Aufgaben abgeben sollten oder Referate halten. Wusste da gar nicht, was für ein Niveau und Aufwand erwartet wird 😉

      Reply
  • Anna 12. Januar 2017 at 23:05

    Herrlich! Ich musste gerade ein paar mal laut los lachen 😀 Ich bin zwar schon am Ende meines Musterstudiums und längst kein Erstsemester mehr, das mit dem „Namen merken“ hab‘ ich aber immer noch nicht drauf…

    Hast eine neue Leserin 😉
    Freu mich auf mehr!

    Liebe Grüße
    Anna

    PS. Das mit dem Alter verstehe ich gut, wenn ich so darüber nachdenke. Ein Altersunterschied von z.B. vier Jahren bedeutet halt auch wirklich vier Jahre Unterschied an Lebenserfahrung & Co. Ich ertappe mich auch manchmal dabei, wie ich denke „Werd erstmal ein bisschen älter, dann siehst du das auch anders..“. Dann wiederum denke ich mir: „Halt! Stopp! Ich war auch mal 18.“. Jeder andere Student übrigens auch.. Also kein Grund sich zu schämen…

    Reply
    • Ana 13. Januar 2017 at 08:52

      Hey Anna – danke für deinen lieben Kommentar! Das freut mich sehr, dass du hier gerne gelesen hast!

      Ja – ich denke ja auch so über 16-jährige z.B. auch wenn das nur 2 Jahre sind. Man selbst entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit halt sehr schnell weiter und sieht dann in den jüngeren sein Naiveres Ich. Aber trotzdem nervt es – man will ja nichts desto trotz ernst genommen werden. 🙂

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