Abitur

Abitur… und nun?

Meine Augen sind schwer wie Blei und auf meinen Lippen liegt ein seliges Lächeln. So sieht man aus, wenn man seine letzte Abitur Klausur hinter sich hat. Der heutige Morgen war hart. Ich habe gefrühstückt und mich geschminkt. Ich habe meine Haare geglättet und meine Tasche gepackt. Und dann habe ich mein Outfit 10x gewechselt und bin dann doch bei meinem Go-To-Look gelandet. Blue Jeans und Streifenshirt. Die Zeit wollte einfach nicht vergehen und als es endlich Zeit zum Aufbruch war, ging es schon los mit dem Erleichtertsein.

Bei der Vorbereitungszeit meiner mündlichen Prüfung, mit einer Klausur, die genau das Thema in den Mittelpunkt stellte, was ich am wenigsten beherrschte, fiel die Nervösität langsam von mir ab. Jetzt kannst du es eh nicht mehr ändern, dachte ich trocken und überraschend selbstbewusst. In der Prüfung ging mir jedes Wort leichter von den Lippen als das vorherige. Dann war es vorbei und ich hätte die Welt umarmen können. F R E I H E I T, buchstabierte ich in den wolkenlosen Himmel. Tatsächlich war jeder Moment des Lernens, Gebangt sein und Angsthaben kraftraubender als die eigentliche Klausur. Wieso ist das bei mir nur so? Wieso nerve ich meine Mitmenschen mit meinem Lerngejammer, wenn ich doch immer gut vorbereitet in eine Klausur oder andere Termine gehe. Eine Charakterschwäche, die ich in der Zeit anpacken werde, in der ich mich eben nur auf eine einzige Sache konzentrieren will: Meine eigene Wenigkeit.

Als allererstes steht Abiballkleid suchen an. Erst die Arbeit dann das Vergnügen, heißt es schließlich. Wobei ich mich wahrscheinlich schon zwischendurch mit vielen Clubnächten, Picnics am See und Shopping Trips belohnen werde. ICH HABE DIE ABITUR KLAUSURPHASE GESCHAFFT, MAN! Dabei möchte ich mein neues privates Herzensprojekt „The Disaster Diary“ zum Blühen bringen. Endlich das tun, was ich liebe – Schreiben, Layouten und dabei Ariana Grande Playlists hören. Zwischendurch fahre ich nach Rom und sage dann „Adieu“ zu einem meiner liebsten Menschen – zum Glück nur für vier Monate.

Ab Juli geht es schon wieder los mit dem geregelten Alltag: Aber dann sollen Abitur, Mathe, Päda, Sprachursprungstheorien keine Begriffe sein. Stattdessen schreibe ich für ein Reisemagazin, treffe Leute, schaue ein wenig, was es fernab der Schulbank so zu erkunden gibt. Das ist bisher so der Plan. Was danach passieren wird, weiß ich noch gar nicht. An Unis bewerbe ich mich sicher auch, aber ob ich im Herbst direkt wieder mit Pauken beginnen will, bezweifle ich. Derzeit könnte ich mir das niemals vorstellen, aber vielleicht liegt das daran, dass ich frisch aus drei Wochen Lernsession vom Allerfeinsten komme. Geplant ist danach nur, Platz für Ungeplantes zu Lassen: Gucken, wer ich bin, wenn ich sein kann, wer ich mag.

Ich könnte die ganze Welt umarmen.

7 thoughts on “Abitur… und nun?

  1. Sunny

    Herzlichen Glückwunsch! Es ist ein sehr tolles Gefühl, die Prüfungszeit geschafft zu haben.
    Ich wünsche dir eine tolle Zeit. 🙂

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  2. Anna

    Woah, das las sich wie geschmolzene Butter! 😀 Es muss sich echt toll anfühlen, wenn man das alles erstmal hinter sich hat… Herzlichen Glückwunsch jedenfalls, dass du es geschafft hast 🙂 Deine Pläne hören sich super an und ich bin gespannt, was du alles so schreiben wirst, ich mag deinen Blog wirklich sehr 😀
    LG Anna

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    1. Ana Post author

      Och wie lieb – ich habs auch einfach runtergeschrieben, konnte es richtig fühlen einfach 😀
      Danke, das freut mich mega – ja sei gespannt, hab noch vieles vor 😉

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  3. Tessa

    Herzlichen Glückwunsch zum Abi! Finde den Blogpost sehr interessant. Wie bist du auf die Idee gekommen nach Rom zu gehen? Wie hast du das finanziert? Würde auch so gerne nach meinem Abi weg, weiss aber nicht wie😅
    Würde mich sehr über eine Antwort freuen.

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    1. Ana Post author

      Hey Tessa 😉
      Also so eine große Sache ist das nicht – wollte mit meiner besten Freundin wegfahren und da wir sowohl ausgehen, als auch Sehenswürdigkeiten besuchen wollten, war Rom ganz oben auf der Liste. Haben dann nach einem günstigen Hotel in der Innenstadt gesucht und mit ein wenig babysitten, Taschengeld wegstecken hatte ich dann die Hälfte zusammen. Am Ende haben meine Eltern mir dann aber die ganze Reise zum Geburtstag geschenkt.

      Und falls du nicht so viel Budget hast, dann schnapp dir doch paar Freundinnen und fahrt an die Ostsee oder nach Holland – da ist es auch super schön.

      xx Ana

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  4. Pingback: Das 3-Uhr-Gedankenballett Round-Up - The Disaster Diary

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