Beauty

Crash Kurs: Tierversuchsfreie Kosmetik

Ana - 13. Mai 2016

Viel zu lange lässt dieser Post auf sich warten und das obwohl mich und auch euch dieses Thema unglaublich interessiert. Schon seit über einem Jahr vermeide ich es Kosmetik zu kaufen, deren Produktionsweg Tierversuche beinhaltet. Trotzdem gab es bisher dazu nur einen kurzen Post, der nicht sehr viele Informationen dazu liefert. Der Grund dafür ist, dass das Thema „Tierversuchsfreie Kosmetik“ einem Labyrinth ähnelt – ständig werden Aussagen zurückgezogen, andere Skandale kommen an die Oberfläche und man sieht sich als kleiner Bürger den riesigen Konzernen gegenüber, welche rechtliche Lücken ausnutzen, wo sie nur können. Etwas ins Internet zu setzen, bedeutet auch Verantwortung für dessen Richtigkeit zu tragen. Eine Richtigkeit, die ich nicht garantieren kann, da ich auch nur aus zweiter Hand an die Informationen komme. Wieso ich es trotzdem wage einen einleitenden Überblick über die Tierversuchsfreie Kosmetik zusammenzustellen? Weil es ein wichtiges Thema ist.

Während die Frage, ob Fleisch essen Mord ist, immer noch heiß diskutiert wird und es bei Milchkonsum noch nicht mal so weit ist, sind sich wohl die meisten darüber einig, dass die Folter und Tötung von Tieren für eine Tube Wimperntusche einfach nur abstrus ist. Wer immer noch bei L’oreal kauft, ist nicht herzlos, sondern weiß vielleicht einfach zu wenig darüber Bescheid, wie viele Tiere unter den Tierversuchen leiden müssen oder kennt keine Möglichkeit, es besser zu machen. Für die ist der kleine Crash Kurs zum Thema „Tierversuchsfreie Kosmetik“ bestens geeignet.

Wieso Marken boykottieren und sich für Marken entscheiden, welche Tierversuchsfreie Kosmetik verkaufen?

Tierversuche sind grausam. Den Versuchstieren werden Substanzen direkt in die Augen gespritzt, sie werden verstümmelt, verbrannt, vergiftet und verbringen ein Leben in Gefangenschaft. Das bringt ein Leiden mit sich, was zu Recht eigentlich als Verbrechen gilt gelten würde. Denn im Namen der Wissenschaft und im Schutz des Labors stellt grausame Folter den Alltag dar. Und das obwohl bereits humane und sehr effiziente tierfreie Forschungsmethoden entwickelt wurden. Somit unterstützen wir durch unüberlegten Kauf nicht nur das Leiden vieler unschuldiger Tiere, sondern halten gleichzeitig auch die modernen Methoden von ihrem Durchbruch ab. Aber auch wenn dem nicht so wäre: Wir können auch ohne ein überschüssiges Sortiment an Lidschatten, Wimperntuschen und Foundation Primern gut und glücklich leben.Gegen Tierversuche

Muss ich dann ganz auf Make-Up verzichten?

Quatsch, natürlich nicht! Das ist eben das Verrückte – es gibt einen großen Markt an Konzernen und Unternehmen, welche Tierversuchsfreie Kosmetik produzieren und entgegen vieler Vorurteile gar nicht qualitativ minderwertig oder total „öko“ sind.  Beautyverrückte können also getrost ihrem Hobby nachgehen ohne damit ein schreckliches Leiden zu finanzieren. In allen Preisklassen und für alle Zielgruppen ist etwas dabei – nur verliert Make-Up durch eine bewusste Kaufentscheidung seine negative Kehrseite.

Was bedeutet es für eine Firma auf Listen für Tierversuchsfreie Kosmetik verzeichnet zu sein?

Damit wir nicht komplett im Dunkeln tappen, veröffentlichen Organisationen wie PETA oder der Tierschutzbund Listen mit Firmen, bei dem sie den Kauf der Produkte gutheißen. Allerdings kategorisieren unterschiedliche Verbände unterschiedlich streng Firmen in positiv und negativ. PETAs Kriterien beziehen sich nur darauf, dass weder die Firma noch ihre Zulieferer Tierversuche durchführen, in Auftrag geben oder in Ländern produzieren, in denen Tierversuche verpflichtend sind. Dieses Schlupfloch sorgt dafür, dass sich Firmen als tierversuchsfrei bezeichnen konnten, obwohl dies nur Deutschlandweit galt. Darauf achtet PETA jedoch und schließt solche Firmen aus ihrer Positivliste aus.

Der Tierschutzbund verhandelt jedoch um einiges wählerischer. Sie achten darauf, dass für die Gewinnung von Rohstoffen keine Tierquälerei (wie das bei Bärengalle ist), die Tötung von Tieren oder Ausrottung von Arten einhergeht. Was Rohstoffe angeht, die nach dem 1.1.1979 am Tierversuch getestet wurden, gehören auch die auf die Ausschussliste und dürfen nicht in der Entwicklung und Herstellung des Endprodukts eine Rolle spielen. Ein weiterer Punkt ist die wirtschaftliche Abhängigkeit zu Firmen, die an Tierversuchen teilnehmen oder diese in Auftrag geben. Die Richtlinien habe ich direkt von den Webseiten der beiden Verbände übernommen, wer sich also genau über den Wortlaut in Kenntnis setzen mag, der wendet sich an folgende Links (Tierschutzverbund / PETA).

Ihr merkt also, dass es nicht ganz so einfach ist. Denkt man zunächst, eine bei PETA auf der Liste stehende Firma trüge eine weiße Weste, täuscht man sich. Die Bloggerin Erbse hat eine eigene Liste auf ihrem Blog „Vegan Beauty Blog“ veröffentlicht, auf welcher auch Catrice (gehört mit Essence zu Cosnova) aufgelistet ist – genauso auch alle hauseigenen Marken von der dm Drogerie. DiesTierversuchsfreie stehen dann aber nicht bei PETA, und erst Recht nicht auf der Liste des Tierschutzbundes. Dazu äußerte sich Cosnova der Bloggerin Erbse gegenüber folgendermaßen:

Beim Deutschen Tierschutzbund stehen wir nicht auf der sog. „Positivliste“. Die dort gelisteten Firmen haben sich verpflichtet, ausschließlich Inhaltsstoffe zu benutzen, für die in den letzten 25 Jahren kein Tierversuch mehr durchgeführt wurde, also sehr alte Rohstoffe. Im Bereich dekorativer Kosmetik ist dies aber nicht realistisch, denn zum einen möchten unsere Kundinnen gerne neue, innovative und bessere Produkte, zum anderen werden manche Inhaltsstoffe auch durch bessere Varianten ersetzt, die z.B. viel besser verträglich sind. Daher sind auf dieser Liste auch praktisch keine Firmen aus dem Bereich Dekorativer Kosmetik gelistet.

Wer sich bei seinem Kaufverhalten strikt an die oben genannten Richtlinien des Tierschutzbundes halten will, der sollte sich somit mit den Firmen auf der etwas „korrekteren“ Positivliste auseinandersetzen. Auch wenn jetzt Listen von PETA oder die des Vegan Beauty Blogs trügerisch wirken, will ich euch daran erinnern, dass es erstmal darum geht die Firmen zu boykottieren, die nicht einmal den „netteren“ Richtlinien entsprechen.

Was machst du, Ana?

Ich halte mich definitiv an die Liste, die ich auf Erbses Blog gefunden habe.  Nicht weil ich sage, dass das „reicht“ oder ich die strengen Richtlinien herabsetzen mag, sondern allein aus dem Grund, dass ich noch ganz am Anfang meiner Recherche bin. Von den Kosmetikmarken, welche auf der Positivliste des Tierschutzbundes ihren Platz finden, kenne ich keine einzige. Das möchte ich ändern, jedoch kann das noch etwas dauern und bis dahin werde ich weiterhin größtenteils Drogerie und Mittelklasse shoppen und dabei bei der PETA und Erbses Liste checken, was in Ordnung geht und was nicht. Was High End angeht, habe ich auf Make-Up schließlich nie den 30€-Plus Wert gelegt (nur der Hoola Bronzer und das war ein Fehler!), aber das ist jedem selbst überlassen. Auch finde ich es auf dem Vegan Beauty Blog gut, dass Statements und Erklärungen gepostet werden, sodass ich nachvollziehen kann, wieso eben diese, aber nicht die andere Marke grün gezeichnet wird. Lange Rede, kurzer Sinn: Momentan halte ich mich an „Stufe Anfänger“, möchte mich aber über die komplett cleanen Marken informieren und auch mal schauen, was es für vegane Kosmetik auf dem Markt gibt.

Inspiration?

Bekannte Kosmetikmarken, die bei PETA stehen im Schnelldurchlauf:  Lush, Body Shop, Shisheido, Burt’s Bees, Dermatologica, Urban Decay, Ted Baker, Dr. Hauschka, Dr. Bronner, Kryolan, Louis Widmer, Smashbox, wet n wild, Treaclemoon, Paul Mitchell.

Laut Vegan Beauty Blog sind auch die Hauseigenen Marken von dm Drogeriemarkt (Alverde, p2, Ebelin, Balea, Sundance) und Essence und Catrice, welche zu Cosnova gehören, tierversuchsfrei.

Linkliste (für die Neugierigen):
Tierversuchsfreie Kosmetik: Hautpflege ohne Tierleid
Die 5 besten Gründe für das Ende von Tierversuchen
Die Positivliste des Tierschutzbundes
Die Positivliste von PETA
Die Positivliste vom Vegan Beauty Blog
Die Vloggerin Bodykiss macht Tierversuchsfreie Kosmetik Hauls

Was sind eure Gedanken zu dem Thema? Achtet ihr darauf, welche Firmen ihr mit eurem Kauf unterstützt? Was sind eure liebsten tierversuchsfreien Kosmetikmarken? Wie gefällt euch dieser kleine Überblick? Ich hoffe, ich konnte einige Augen öffnen und inspirieren! xx Ana

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1 Comment

  • ME-TIME: Das 30-Minuten-Beauty-Programm mit Schaebens* - The Disaster Diary 17. November 2016 at 08:48

    […] dafür, dass Schaebens nicht an Tieren testet!!! Leider keine Selbstverständlichkeit, wie ihr in diesem Crashkurs über Tierversuche in der Kosmetik nachlesen könnt. Wer der Meinung ist, dass „Öko“Brands, die auf grausame Tierversuche […]

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