Jahresvorsätze 2019: besser spät als nie?

Ana - 18. März 2019

Gestern begann ich mir Gedanken darüber zu machen, was ich in 2019 auf die Kette kriegen möchte – drei Monate später als die Mehrheit wahrscheinlich. Ist es Faulheit? Ach, nein. Eher eine Reihe von Verpflichtungen, die sich allesamt in die ersten Monate des neuen Jahres quetschten. Im Januar lernte ich jeden Tag für meine Klausuren in Bristol, um mich im Februar für die Klausurenphase in Münster vorzubereiten. Klingt unspaßig, war es auch. Darauf folgte dann ein richtiger Umzug zurück nach Münster, ein Besuch in England und ganz viel Zeit mit Freunden, an tollen Locations und vor allem OHNE: Unistress. Langsam sehnt sich meine verwirrte Wenigkeit wieder nach einem Mindestmaß an Routine. In den Tag leben macht Spaß; eine kleine Prise Zielsetzung schadet aber auch nicht. Vor allem nicht, wenn diese Ziele „Im Moment leben“ lauten.

Schließlich erscheint mir diese kleine Aussicht auf mein Jahr 2019 auch ein guter Auftakt für mein Online-Comeback zu sein. Die letzten Jahre waren sehr studiumslastig. Umso mehr freue ich mich jetzt, den Fokus auf all die Leidenschaften zu setzen, die im Zuge der letzten zwei Jahre auf der Strecke blieben. Jetzt folgt der eigentliche Beitrag. Enjoy reading.

1. Im Jetzt leben, den Moment genießen

So cheesy und abgebrüht das klingt, i need this. Ich bin eine Idealistin. Als Kind ließ ich mich mit Ideen von Freundschaft, wahrer Liebe, Loyalität und Tugenden füttern. Das führte zu einer überdimensionalen Erwartungshaltung an das Leben, das mich zunächst nur enttäuschte. Ich will nicht meckern, aber (so starten wahrscheinlich die nervigsten Sätze der Welt) bei der Alltäglichkeit die Lügen und Vertrauensbrüche in meiner Realität haben, frage ich mich nicht selten, worauf ich mich meine gesamte Kindheit gefreut habe.

STOPP. So kann man es sehen (und so sehe ich es auch oft, hihi). Man kann jedoch auch die eigenen Erwartungen anpassen, und in der meist nicht schwarz-weißen, sondern verwaschenen grauen Realität nach Schönheit suchen. Seit letztem Sommer gelingt mir das gut, lässt mich entspannter, gelassener und glücklicher wirken sein. Das „Über sich selbst Lachen“ hat mir schon immer Spaß gemacht. Mache ich jetzt häufiger. So soll es auch in 2019 weitergehen. Was mir hilft, mit Trauer und Enttäuschungen, sowie angestauter Wut umzugehen: Schreiben. (womöglich auch der Grund, warum ich nach einer langen internetmisstrauischen Phase wieder hier rumeiere.)

2. Tagebuch schreiben

Der Grund, warum ich dem Tagebuchschreiben lange nichts abgewinnen konnte, besteht in dem extremen Commitment, das es fordert. JEDEN F* TAG soll ich Zeit finden, um mir selbst von meinem Tag zu berichten? Klappt nicht. Und wird auch nie klappen. Hier ist es vielleicht wie mit Sport, Diäten und quasi alles anderem – zu viel Zwang schadet. In den letzten Monaten entstanden bereits einige Tagebucheinträge. Aber alle ausschließlich in Momenten, in denen ich merkte, dass es mir 1.) helfen wird, 2.) ich auch was zu berichten habe. Manchmal habe ich Bock keine einzige Sekunde des Tages in meiner Wohnung zu sein. Nach einigen Alltagsabenteuern jedoch kommt immer der Moment, an dem ich den Dialog mit mir selbst suche. Diese ungezwungenen Worte fließen dann meist wie von selbst. Ich les das Zeug dann einige Wochen später auch gerne.

3. Sprachen üben

Meine Zeit in England hat eine extreme Motivation in mir geweckt, meine Sprachkenntnisse zu perfektionieren. Klingt vielleicht etwas uncool, aber ich lerne regelmäßig Vokabeln und neue Ausdrücke, schreibe Texte auf Englisch und lese viel. Eine Baustelle, die ich noch viel viel mehr angehen muss, sind meine Griechischkenntnisse. So fließend und akzentlos wie sich mein Alltagsgelaber anhört, so schockierend ist es, wie karg mein Vokabular ausfällt. Mit meinen eben auch deutsch sprechenden Eltern kann ich schließlich problemlos mit einem Mischmasch aus Deutsch und Griechisch kommunizieren – da fehlt der Zwang, neues Vokabular zu verfestigen.

4. Fokus auf meine Yoga Praxis

Was einst als Fitnesstrend anfing, ist mittlerweile ein festes Ritual geworden. Yoga ist Bewegung, aber auch Ruhe, Kraft, ein Ort, der mich aufnimmt, wenn ich nicht weiß, wohin. Seit einigen Monaten übe ich systematisch: Versuche meinen Oberkörper zu stärken, sodass es vielleicht eines Tages in den Handstand geht, dehne mich viel und probiere verschiedene Meditationen aus. Ebenfalls habe ich einige Stunden in einem Yogastudio ausprobiert und war begeistert davon, wie unterschiedlich die Praxis dort zu Yogastunden im Fitnessstudio ist. Vor der Stunde trinken alle zusammen Tee, es gibt Decken und Blöcke, die Lehrer*Innen teilen ihr Wissen über die zugrundeliegende Philosophie. Jetzt wo ich das schreibe, merke ich wie abgedroschen das klingt. Glaubt mir, es ist so so schön. Leider erlaubt mein Geldbeutel mir keine regelmäßige Yogastunden im Studio. Alle zwei Wochen werde ich mir Yoga unter Anleitung aber doch gönnen. Den Rest der Zeit wird in meinem Zimmer auf der Yogamatte rumgekaspert, wirklich professionell sehe ich dabei nämlich nicht aus. Alo Yogas Youtubevideos mag ich gerne. Schreibe das grade mit dem Muskelkater of my life.

5. Mehr Kunst

Ob Literatur, bildende Kunst, Theater. Ich mag alles und habe jetzt die Zeit, mich mehr daran zu versuchen. Auch hier: Kein Zwang, aber kleine Arschtritte Richtung Spaß und Inspiration.

That’s it. Ich habe es geschafft, einen Blogpost über meine Jahresvorsätze zu schreiben und das ganz ohne das Wort „Abnehmen“ zu erwähnen. Damit habe ich ein längst überfälliges Vorhaben ebenfalls abgehakt. Eine kurze Story zu meiner toxischen Einstellung zu meinem Körper veröffentliche in den nächsten Tagen. Schaut also in Zukunft vorbei, diesmal bleib ich etwas.

Hoffe, ihr freut euch, dass ich wieder da bin! <3 Ana xxx

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