Ich bin Jugendbotschafterin bei ONE: Über Entwicklungspolitik und Mädchenbildung

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Interessiert dich Entwicklungszusammenarbeit? Ich glaube, für viele ist so etwas ganz schön weit entfernt. Seit meinem Freiwilligendienst interessiert es mich aber total, weshalb ich seit Beginn meines Studiums immer mal wieder bei der Hochschulgruppe von Amnesty International und einer Lokalgruppe von WinD (Engagement Global) vorbeigeschaut sowie einen Filmabend und eine Straßenaktion mitorganisiert habe. Im Frühjahr habe ich dann eine Ausschreibung von One gesehen, einer Organisation, die in ganz Deutschland Jugendbotschafter hat, die sich für ihre Sache einsetzen. Seit März kann ich mich selbst stolze Jugendbotschafterin von One nennen – und möchte euch heute erzählen, worum es geht!

Wer ist One?

One ist eine entwicklungspolitische Lobby- und Kampagnenorganisation, die gegen vermeidbare Krankheiten und Hunger kämpft. One glaubt, dass wo du lebst, nicht darüber entscheiden sollte, ob du lebst. Das klingt zuerst einmal nach Spendensammeln, oder? Kein bisschen! One nimmt nämlich keine Spenden von Privatpersonen an, denn das ist gar nicht, was One erreichen möchte. Als Lobby- und Kampagnenorganisation versucht One viel mehr, auf die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Einfluss zu nehmen, sie in den Vordergrund des Bewusstseins von Politikern zu rücken und Wählern zu zeigen, warum sie so wichtig ist.

Warum Mädchen?

Eine ganz besondere Kampagne von One dreht sich aktuell um Mädchen: Weltweit gehen 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule. Das hält sie davon ab, eines Tages für sich selbst sorgen und ihr Leben selbstbestimmend leben zu können. Unter dem Titel #GirlsCount setzt sich One daher dafür ein, dass Bildung weltweit nicht länger vom Geschlecht abhängig ist. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie unglaublich viele Mädchen das eigentlich sind, möchte One euch alle dazu einladen, von 1 bis 130 000 000 zu zählen – in unzähligen kurzen Videos, die ihr unter girlscount.one.org findet und denen ihr euer eigenes Video hinzufügen könnt.

Wer ist diese Oda?

Oda ist niemand, sondern etwas, das jeder kennen sollte, den es interessiert, was heute in Sachen Entwicklungszusammenarbeit geschieht. Oda steht für „official development assistance“, übersetzt offizielle Entwicklungszusammenarbeit. Gemeint sind damit sämtliche Mittel, die DAC-Länder, das sind all solche Ländern die zum Entwicklungshilfeausschuss der OECD gehören, Entwicklungsländern zur Verfügung stellen. Deutschland erreichte im vergangenen Jahr zum ersten Mal das Ziel, 0,7% des Bruttonationaleinkommens für Enwicklungshilfe auszugeben.

Dies ist jedoch nicht zuletzt ziemlich kontrovers: Was toll klingt, ist jedoch nur die halbe Wahrheit: Dank einer Anrechenbarkeitsregel konnte Deutschland dieses Ziel auch erreichen, weil Ausgaben für Flüchtlinge im Inland angerechnet wurden. „Ohne die Einberechnung dieser Ausgaben ist die deutsche ODA-Quote nur auf 0,52 Prozent gestiegen, von 0,43 Prozent in 2015. Es liegt jetzt bei der im Herbst neu gewählten Bundesregierung, zu beweisen, dass sie ihre internationale Verantwortung ernst nimmt und das 0,7-Prozent-Ziel weiterhin hält – auch, wenn die Kosten für die Versorgung von Flüchtlingen im Inland wieder sinken“, erklärt der Deutschland-Direktor von One, Stephan Exo-Kreischer, auf der Webseite der Organisation (Quelle).

Was macht ein Jugendbotschafter?

Jugendbotschafter gibt es in ganz Deutschland: Sie sind keine offiziellen Repräsentanten der Organisationen, sondern junge Menschen, die sich für One einsetzen möchten. Auf einem Kick-off-Event im März haben wir uns in Berlin gemeinsam auf die kommende Saison eingestellt: Dank der Bundestagswahlen ist es nämlich jetzt besonders wichtig, dass wir uns für Dinge einsetzen, die uns wichtig sind. Ob Gespräche mit lokalen Politikern, Straßenaktionen, um mit Passanten ins Gespräch zu kommen oder Blogposts und Tweets – die Arbeit von Jugendbotschaftern kann ganz unterschiedlich aussehen.

Wer ist Gerd Müller?

Gerd Müller ist noch so jemand, der wichtig für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist: Er ist Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Und wisst ihr, was besonders cool an ihm ist? Am 3. Mai war er in Bonn zu Besuch! Ich war da, um mein neues One-Shirt erstmals auszuführen. Ganz zufrieden war ich mit der Veranstaltung nicht: Leider war nicht viel Zeit, um Fragen zu stellen, und die verschiedenen Referenten waren so sehr einer Meinung, dass eine Diskussion kaum möglich war. Dennoch: Ein wirklich spannendes Thema!

Was kannst du tun?

Entwicklungszusammenarbeit klingt nicht so, als könnte man da selbst etwas erreichen? Stimmt nicht! Zum einen gehen Entwicklungszusammenarbeit und Nachhaltigkeit an ganz vielen Stellen Hand in Hand: Die Ressourcen unserer Welt sind begrenzt. Den Plastikverbrauch reduzieren, das Wasser beim Zähneputzen ausschalten, das Licht nicht unnötig anlassen, Kleidung auch mal aus zweiter Hand kaufen (dazu steckt Ana ja grad in einer Challenge!) und sich vegetarisch oder vegan ernähren – all das können wichtige Punkte sein. Außerdem funktioniert Politik nicht zuletzt nach einem einfachen Grundsatz: Politiker müssen darauf hören, wofür ihre Wähler sie wählen. Zeig ihnen also, dass dir der Kampf gegen vermeidbare Krankheiten und weltweiten Hunger am Herzen liegt!

Was hälst du von entwicklungspolitischen Organisationen? Ist es ein Thema, das dir wichtig ist, oder findest du es eher langweilig? xx Marie

Ein Kommentar zu “Ich bin Jugendbotschafterin bei ONE: Über Entwicklungspolitik und Mädchenbildung

  1. Katharina

    Sehr interessanter Beitrag! Selbst anpacken ist ja doch imemr besser als einfach Geld und DInge zu spenden. Aber die Zet fehlt, bzw. muss man sie sich nehmen…. guter Denkanstoß!
    Ahoi, Katharina

    Reply

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