Mein Dezember in Serien und Filmen

Ana - 11. Januar 2017

Eigentlich bin ich nicht der Viel-Filme-Gucker. Es gab sogar eine Zeit, in der ich von mir behaupten konnte, gar keine Filme zu mögen. Serien schon ganz gerne; hatte ich jedoch freie Zeit, dann verbrachte ich sie selten vor dem Fernseher. Dann kam die Uni. Und ein mieser Marathon der Viren. Und Weihnachten. Und… Amazon Prime. So kam es, dass ich im Dezember mehr Zeit damit verbrachte, mir Folgen über Folgen und Filme über Filme reinzuziehen, als das gesamte letzte Jahr. Kernseite des ganzen: Gebloggt habe ich kaum und spannendes erlebt schon gar nicht (außer ihr wollt einen ausführlichen Schreckensbericht darüber, wie es sich anfühlt, eine Magenschleimhautentzündung auszukurieren). Das Gute im Schlechten findet man aber trotzdem, wenn man es sucht – et voilà – heute kann ich euch einen Eindruck von all den Geschichten geben, die mich im vergangenen Monat ganz gut unterhalten haben. Enjoy!

New Girl

Ohje, es gibt wirklich keine bessere Serie, wenn es einem schlecht geht: Streit, Liebeskummer, Erkältung, zu viel zu tun – Jess und ihre WG ist für dich da! In vielen Serien begegnet man zu oft perfekten, idealisierten Charakteren, die alles auf die Reihe kriegen und deren kleines Disaster (des Spannungsbogens verschuldet), nach 10 Minuten Trübseilblasen in einem Happy End endet, dass sogar die perfekte Ausgangslage übertreffen kann. Nicht so bei New Girl. Irgendwie hat da nämlich keiner so richtig einen Plan, wo es im Leben lang geht – so machen die 20-minütigen Folgen einen sympathischen Eindruck, wenn man gerade in Thema Leben auf dem Schlauch steht. Außerdem bringt mich die Serie zum Lachen.

Kudamm ’56

Ich wollte einfach mal zur Abwechslung eine Serie schauen, von welcher ich noch rein gar nichts gehört habe und zu der ich noch keine beeinflusste Meinung haben kann. Dann stolperte ich über das Cover zu Ku’damm 56 und – siehe an – die Schauspielerinnen kenne ich ja. Maria Ehrich, Emilia Schüle und Sonja Gerhard, alle bekannt aus den Filmen meiner Kindheit: Wilde Hühner, Rock It und Freche Mädchen – da kann man wohl kaum „Nein“ sagen, oder? An einem Abend in einem Rutsch durchgesehen, entpuppt sich diese Filmproduktion als eine Mischung zwischen Film und Serie. Amazon Prime verkauft sie unter der Kategorie Serie – was man konkret geboten bekommt, sind drei Filme in 90 Minuten Länge. Inklusive Cliffhanger. Daher kommt also der Seriencharakter. In Ku’damm 56 geht es um eine konservative Tanzschulbesitzerin und ihre drei Töchter, welche in Berlin im Jahre 1956 leben. Die drei Mädchen könnten verschiedener nicht sein und sind trotzdem ein Herz und eine Seele. Alle drei im heiratsfähigen Alter werden sie jetzt mehr denn je mit den hohen Erwartungen ihre Mutter konfrontiert, ihrer zukünftigen Rolle als Hausfrau und ihrer Sexualität bewusst. So, und mehr will ich auch nicht verraten. Wer sich etwas für Geschichte interessiert und keine Abneigung gegen den Stil deutscher Filmproduktionen hat, der sollte auf jeden Fall mal reinschauen.

Greys Anatomy

Jetzt kommt die Serie, über die man selten mit Freunden reden kann. Bei elf Staffeln rennt die Wahrscheinlichkeit gegen 0, dass man sich zufälligerweise auf dem gleichen Stand befindet. Außerdem sollen am Ende die Figuren ja geradezu abgemetzelt werden, weshalb es sich lohnt Grey’s Anatomy lieber nur mit sich selbst zu besprechen (Spoiler gefährden eure Freundschaften). Was ich dennoch sagen will: Wenn ihr auf der Suche nach einer neuen, spannenden Serie habt, und euer Allgemeinwissen, sowohl auf die Serienwelt bezogen, als auch auf eure medizinischen Kenntnisse 😉 schulen wollt, dann gebt Grey’s Anatomy eine Chance. Sicher nicht meine liebste Serie – dafür finde ich sie einfach nicht packend genug – dennoch etwas, was ich gerne ab und an wieder einschalte und vielleicht sogar tatsächlich bis Staffel 11 aushalten werde.

Good Girls Revolt

Die. beste. Serie. die. ich. je. gesehen. habe.

Ausführliche Review folgt.

Divergent 1,2,3

Ich muss gestehen: In meinem Filmmarathon habe ich es leider nur bis zur Mitte des dritten Filmes geschafft. Nicht, weil es mir an Zeit gemangelt hat. Davon hatte ich genug! Oder, weil ich die Verfilmungen schlecht finde – in meinen Augen zählen die Divergent Filme zu den besten Buchverfilmungen (allein, dass Theo James und Shaileen Woodley die Hauptrollen bekommen haben!), sondern einfach nur, weil ich das Ende dieser Reihe kenne und nicht es nicht ertragen kann, mitanzusehen, wie alles den Bach runter geht. Ich liebe Tris und ich liebe Four und deshalb komme ich nicht daran vorbei, wenigstens ab und an in die Filme hineinzuspähen. Aber früher oder später holt mich die Erinnerung daran ein, was Veronica Roth sich da als Autorin geleistet hat. Trotzdem: Falls ihr die Filme (und Bücher!) nicht kennt, bekommt ihr hiermit eine Empfehlung von mir. Vor allem, wenn ihr auf der Suche nach einem fetten Herzeisbruch seid. Jetzt wisst ihr, wo ihr ihn finden werdet.

Street Dance New York & Make It Happen

Irgendwann im Verlauf der Magenentzündungs-Woche, bekam ich großen Heißhunger auf Tanzfilme! Das Ding bei diesem Genre ist, dass ich keinen von den einzelnen Filmen wirklich gut finde, sondern das Format im Allgemeinen liebe. Liegt vielleicht daran, dass sie alle genau nach Schema F ablaufen – Reiches Mädchen, Armer Junge, sie tanzt etwas klassisches, er etwas von der Straße, sie nehmen an einem Wettbewerb teil, sie verlieben sich. So richtig sticht da kein Film raus. Doch zusammen, in ihrer kitschigen, vorhersehbaren Art und Weise sind sie der beste Zeitvertreib. „Street Dance New York“ bleibt auch dem Schema F treu und kann zudem auch mit unglaublich vielen Ballettszenen punkten (und jeder der mich kennt, weiß: Ich liebe Filme/Serien, die nur irgendwas mit Ballett am Hut haben). „Make It Happen“ dagegen erzählt die Geschichte von einem jungen Mädchen aus einer Provinz, die nach New York zieht, um dort Tanz zu studieren. Auch hier: Nichts herausragendes, aber dennoch zu empfehlen.

Gossip Girl

Gossip Girl ist mein Fels in der Brandung der Serienwelt. Das Versprechen daran, dass wir es auch an unseren schlechtesten Tagen drauf haben, und die Erinnerung daran, dass es noch keinem geschadet hat, ab und an die Blair Waldorf raushängen zu lassen. Allein das Intro zahlt schon die halbe Miete, und bläst die meisten schlechten Gedanken weg. Vor allem die zweite Staffel kann ich immer und immer wieder gucken – abschalten und sich Chuck und Blairs Wortgefechte reinziehen. Très Magnifique!

The Royals

Das britische Pardon zu Gossip Girl. The Royals ist eine amerikanische Produktion ist und   erzählt die Geschichte einer fiktiven britischen Königsfamilie. Dort geht es heiß her. Stellt euch vor, man nehme Gossip Girl und Shakespeares Hamlet und verbinde die beiden miteinander – was rauskommen würde, ist genau diese Serie. Wer von euch Hamlet gelesen hat, wird erstaunt darüber sein, wie viele Parallelen „The Royals“ zu Shakespeares Werk zieht – sogar Originalzitate kann man hier und da raushören. Aber auch ohne diesen Anspruch: Intrigen, Drogen, Erpressung und eine zarte Liebesgeschichte, die gegen die Verkorkstheit des Königshauses niemals ankommen kann. Ich habe es bis Staffel 3 geschaut und schalte jede Woche wieder – irgendwas kann diese Serie.

Frontalknutschen

Last but not least, die Königin unter den kitschigen und vollkommen unrealistischen Filmen: Frontalknutschen. Anschalten und für rund 90 Minuten die Begleitet vollkommen unperfekte und dabei so liebenswerte Georgia Nicholson dabei begleiten, wie sie von einem Fettnäpfchen ins Nächste tritt: Von gefüllter Olive, über blondiertes Haar und Oma-Schlüppi. Wenn mal schlechte Laune aufkommt, dann hilft eine gute Portion chaotische Filmheldin dabei, zu merken, dass alles doch gut so ist, wie es eben ist: Mit Fehlern und Kanten und hässlichen Nasen und nervigen Eltern und einem verrückten Kater. Meine absolute Herzensempfehlung aus dieser Liste – auch wenn ich mir sicher bin, dass dieser Film nicht Jedermanns Sache ist.

So. Damit hoffe ich, mit dem ein oder anderen Tipp euer Interesse geweckt zu haben. Zu irgendwas soll dieser vollkommen unproduktive Monat doch wenigstens nachträglich gut sein. Vielleicht findet ihr ja in den nächsten Tagen Zeit für den heißbeliebten Serien-Binge oder Filmmarathon. In meiner Planung ist dieser fest eingeplant – habt ihr Film- & Serientipps für mich? xx Ana

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10 Comments

  • Kati 11. Januar 2017 at 10:52

    Hach, Ku’damm und Good Girls Revolt hab ich in letzter Zeit auch geguckt und fands klasse, irgendwie flüchte ich gerade serientechnisch gern in vergangene Tage 🙂 Mad Men geht ja in dieselbe Richtung, hast du das schon gesehen?

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    • Ana 13. Januar 2017 at 08:45

      Genau so geht es mir auch *-*
      Nein, aber in unglaublich vielen Rezensionen zu „Good Girls Revolt“ wurde Mad Men zum Vergleich gezogen! Muss ich mir dann bald mal angucken – danke!

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  • Mara 11. Januar 2017 at 16:13

    Frontalknutschen ist einfach einer der BESTEN UND PERFEKTESTEN FILME ALLER ZEITEN!
    Im Ernst – dass du ihn auch so klasse findest, freut mich gerade aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen so unglaublich arg! 😀
    Den Film kann ich immer wieder schauen, finde Georgias Sexgott-Robbie jedes Mal erneut verdammt heiß und sie einfach so wahnsinnig sympathisch. Hachja. Ich glaub, ich muss den heute Abend mal wieder schauen! 😀

    Empfehlen kann ich dir auf Netflix „Sense 8“ – SO eine gute Serie und definitv eine der besten, die ich je gesehen habe! Die Charaktere sind klasse, die Geschichte auch und inszeniert ist das Ganze auch noch grandios! Musst du dir unbedingt anschauen! 🙂

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    • Ana 13. Januar 2017 at 08:46

      YES YES YES
      ich hab noch das „Ist sicher nicht für jeden was“ drangehängt, weil der Film ja echt speziell ist 😀 Da freu ich mich ja, dass ich nicht die Einzige bin, die den Film abgöttisch liebt!

      Netflix habe ich ja leider nicht .. aber ich werde mir die Serie definitiv merken! 🙂 Danke!

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  • Anni 12. Januar 2017 at 10:37

    Den Film zu die Bestimmung fand ich echt schrecklich schlimm 😀 Die Bücher fand ich wirklich gut, ausgenommen Band 3. Aber so ist es ja leider oft mit Buchverfilmungen.
    Aber Greys Anatomy könnte ich wirklich mal wieder von Vorne starten 🙂

    Liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

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    • Ana 13. Januar 2017 at 08:47

      Ach echt? Ich fand die Filme ganz gut – was hat dir denn nicht gefallen? 🙂
      Der Teil 3… man man man. Den hab ich einfach aus meinen Gedanken verdrängt. Alles immer noch zu schmerzhaft!

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  • Stephi 12. Januar 2017 at 15:49

    Gossip Girl habe ich diesen Monat auch endlich fertig gesehen – das „Projekt“ verfolgt mich jetzt schon Monate 😄 Und ich glaube sobald ich mit Friends durch bin, fange ich auch mal mit New Girl an. Was lustiges für zwischendurch geht einfach immer.
    Greys Anatomy hat für mich absolut jeden Reiz verloren. Die ersten Staffeln habe ich gelebt und geliebt, aber ca bei Staffel 8-9 wurde es mir unheimlich langweilig.

    Was ich dir noch empfehlen kann sind The OA und Mr. Robot, beides ein wenig tiefgründiger, aber richtig gut gemacht!

    Liebe Grüße
    Stephi von http://stephisstories.de

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    • Ana 13. Januar 2017 at 08:49

      Ja 6 Staffeln sind es halt 😀 wobei es bei mir damals ziemlich flott ging 🙂

      Bei Greys Anatomy kann ich mir das echt vorstellen: Ich bin in der 3.Staffel und mache jetzt erstmal Pause. Irgendwo verlieren die Produzenten das Gespür für einen Stimmungsbogen… Was erzählt man denn 11 Staffeln lang? Wo ist der Rote Faden?

      Danke für deine Serientipps – Mr. Robot ist sogar schon auf meiner Watchlist 🙂

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  • Weekly Log #2: Bis in die Zweite Runde haben wir es geschafft - The Disaster Diary 15. Januar 2017 at 10:19

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