Weekly Log #14: Back to the Roots

Ana - 8. September 2019

lefkada

Urlaub in der Pampa

Naja, fast. Ich war in Griechenland auf einer meiner allerallerliebsten Inseln. Neben einigen AirBnbs in der Innenstadt, verbrachten wir auch einige Tage in ländlichen Gebieten. Das Wasser ist manchmal ausgefallen, sodass es 5-Minuten-Duschen mit dem Schlauch gab. Vom WLAN ganz zu schweigen. Was bei mir erst den kalten Barbie-Schweiß ausbrechen ließ, erwies sich als die wertvollsten (wenn auch umluxuriösesten) Tage dieses Urlaubs. Ich verband mich erneut mit den Werten, die mich als Kind antrieben: Einfachheit, Bescheidenheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Ich sprach mit erschreckend vielen (und erschreckend klugen) Opis, reiste in die Vergangenheit meiner eigenen Familie und Vorfahren und ganz ganz tief in die Realität, in welcher Werkstudenten einen täglichen Lohn von 2,50€ erhalten. Wie war das Lolo? And I can’t wait to really get paid not just minimum wage? Ein erstrebenswertes Ziel. Noch erstrebenswerter aber, wenn wir das auch für die mit erreichen, die vom minimum wage nur träumen können.

 Call me Yogini

„Du bist echt so ein Hipster Girl. Erst mal eine Yoga-Ausbildung“. Diese WhatsApp-Nachricht brachte mich zum Lachen. Ich persönlich halte mich zwar ganz und gar nicht für ein Hipster-Girl, dennoch muss ich gestehen, dass ich mit der spontanen Entscheidung mich zur Yogalehrerin ausbilden zu lassen, wahrscheinlich einen Punkt auf der Symptomliste des Hipster-Syndroms erfülle. Die letzten drei Jahre hat mein Kopf unglaublich viel gearbeitet (v.a. mein Gedächtnis, denn Uni = Auswendiglernen), mein Körper verweilte meist in Wackelpuddinghaltung auf dem Schreibtisch. Auch wenn ich generell mein ganzes Leben über kontinuierlich Sport gemacht habe, merkte ich: Ich will mehr!!! Will Sport mal nicht nur nebenbei machen, sondern in den Fokus stellen. Die Ausbildung hat nun vor einigen Tagen angefangen und mein Körper weint und jubelt gleichzeitig über die Ausbildungsanforderung mind. 5x die Woche Yoga zu praktizieren. Und zu meditieren. Wer hätte gedacht, dass 30 Minuten still und aufrecht sitzen, SO WEH TUN KÖNNTE. Nachdem ich nach Tag 2 des Intensivwochenendes weinend eine Schmerztablette einwarf, ehe ich den Wecker auf 6 Uhr stellte, um auch den Sonntag den ganzen Tag auf der Matte zu verbringen, merkte ich eins: Es wird nur noch besser. Und siehe da: Der Körper hat gecheckt, dass ich ihm diesmal nicht kleinlaut beigebe. Und macht jetzt einfach mit. Ich praktiziere momentan also viel Yoga, lese viele Yoga-Bücher und quatsche viel mit Yogaleuten. Ziemlich viel Input – ein monatliches Update als eigene Rubrik macht vielleicht Sinn?

Schlampenyoga

Yogalektüre No.1 im Rahmen meiner Ausbildung und ein absolutes Herzensbuch. Milena Moser ist ein wahres Disaster Girl, dabei so charmant, lustig, liebevoll. Yoga ist ruhig, besinnt, spirituell. Und inklusiv. Moser löst sich von Stereotypen und zeigt, warum man als größte Chaotin perfekt in einer Yogastunde aufgehoben ist. Auch wenn man seinen Fuß NIE hinters Ohr bekommen sollte. Leider kann man es nur Second Hand erwerben (ich war schnell!), was es irgendwie noch besser macht. Vielleicht mal in der Bücherei schauen? Im Bücherregal der Freundin? Sollten viele von euch Interesse, aber keinen Zugang dazu haben, dann wärs vielleicht Zeit für eine Post-Bücher-Tour (oder wie man diese Online-Community-Events nennt)? P.S.: Die Fotos, die zwischen Kapiteln stecken, sind genauso gut wie Mosers Worte. Yoga in der Hängematte, Yoga im Einkaufswagen, Yoga everywhere.

aug5

 Instagramverbot

Unsere Zeit ist die wichtigste Ressource, über die wir verfügen. Es ist daher nie zu früh (oder zu spät!) sich darüber Gedanken zu machen, was die größten Zeit (und womöglich gleichzeitig auch Energiefresser) im eigenen Alltag sind. Bei mir ist die Antwort easy: INSTAGRAM. Daher habe  ich mir angewöhnt, mind. 1x die Woche die App für einige Tage von meinem Handy zu löschen. Das stellt erstmal eine bemerkenswerte Verbesserung dar… nichtsdestotrotz reicht das manchmal nicht. Z.B. dann, wenn ich förmlich spüre, wie mein Stress- und Müdigkeitslevel mit jeder Sekunde am Handy steigt. Schon die Präsenz meines iPhones in einem Radius von 2m lässt den Blutdruck schleichend (und deshalb so fies!!!) steigen (metaphorisch, hab da nie nachgemessen). Was tun? Wie wärs mit einem alten Klapphandy? Bye bye Smartphone, denn äh, wie soll ich das sagen, du bist ZU smart? So smart, dass du mich nach dir greifen lässt, auch wenn ich es eigentlich nicht will? Diese Idee fruchtet schon seit etwa einem Monat – vielleicht lauf ich die kommende Woche mal zu Saturn mit einem 20er und der Absicht mich selbst zu befreien.

Delirium

Die Liebe ist eine Krankheit, die Menschen überfällt, ihnen die Zügel entreißt, sie entmündigt und sie irrationale Dinge tun lässt? Klingt plausibel. Eine Gesellschaft, die darauf mit einer obligatorischen Hirn-OP im 18. Lebensjahr reagiert? Übertreib‘ mal nicht. Darum geht es in Delirium von Lauren Oliver. Zu meiner Buchblogger-Zeit wurde dieser dystopische Roman enorm gehypt. Ich fand ihn mittelmäßig. Wahrscheinlich weil ich damals noch nie richtig verliebt war. Einige Jahre später berührt mich diese etwas andere Abhandlung über das Phänomen Liebe zutiefst. Amor deliria nervosa verdient eine eigene liebevolle, nicht ganz spoilerfreie Rezension auf dem Blog. Stay tuned.

Tel Aviv, Skandinavien, Schottland

Als meine nächsten (größeren) Reiseziele. Ich habe noch ein Semester vor mir, indem ich räumlich so stark an Münster gebunden bin wie schon lange nicht mehr. Während ich ein verlängertes Wochenende in Amsterdam entspannt in die Lücken meines Terminkalenders quetschen kann, stellt sich die Planung der anderen Reisen etwas holpriger dar. Im allerschlimmsten Fall muss ich mich in Geduld üben und die drei Spots auf die Zeit nach der Bachelorarbeit und der Yogaprüfung verschieben. Das halte ich aus, denke ich. Meinem Umfeld erzähle ich schon fleißig von meinen Reiseplänen und schreibe mir emsig (was für ein Wort) Tipps in meine Handynotizen. Vielleicht kann ich bei euch noch was abstauben?

Altpapier…

…findet man zuhauf in Bahnhof-Magazin-Shops. In so einen habe ich mich heute Mittag hochmotiviert getraut. „Heute kauf ich meine erste Vogue“. Mein Ziel war visuelle Inspiration, Modefotografie im Speziellen. Dachte, die Vogue könne das. Ich steuere also siegessicher auf den Modestapel zu und schnappe mir den fetten Brocken. Oktoberedition „40 Jahre VOGUE“. Geiles Timing, Ana!!! Ich fange überglücklich an zu blättern, und blättere, blättere… bis ich bereits einen fetten Block an Papier in meiner linken Hand halte und noch nichts anderes gesehen habe als Werbung. Ah, endlich: Das Inhaltsverzeichnis. Teil 1 des Inhaltsverzeichnisses. Danach wieder 5 Seiten Werbung. Dann folgt die Fortsetzung. Ich bin enttäuscht. Kein Wunder, dass Blogs sich durchgesetzt haben – ohne Scheiß! Soll sich niemand mehr über die Fashion Blogger aufregen, die ihr Geld verdienen, indem sie „nur“ schöne Fotos von sich und ihren teuren Klamotten zu machen. Ich habe heute 20 Minuten weniger zu Mittag essen können, weil ich nach genau solchen „einfachen“ Fashionfotos bei den selbsternannten „Profis“ suchen wollte. You suck, ehrlich. Ein Hoch auf die Fashion Blogger (noch mehr würde ich euch aber feiern, wenn ihr Fair Fashion propagieren würdet, thihi).

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