Life Update

Weekly Log #7: Zwischen Zugfahrten und Aprils Zielen

Ana - 6. April 2017

Hallo ihr Lieben, herzlich willkommen im 7. Weekly Log. Eigentlich wollte ich als nächstes ein Gedankenballett veröffentlichen, aber mein Kopf ist grade im Matsch-Zustand, da wollen die Worte einfach nicht so, wie ich sie gerne hätte. Für Weekly Logs dagegen ist das der Idealzustand. Insgesamt ist dieser Mittwochnachmittag mit seinem Himmel, der so tief hängt, dass ich das Gefühlt habe, er fiele mir jeden Moment auf den Kopf ein ganz guter Moment um durchzuschnaufen und euch up-to-date zu bringen. Es geht um ein spontanes Pendlerlife, einige Erkenntnisse in Sachen Reisen und Kritikfähigkeit, sowie um meine Ziele im April. Die wollte ich nämlich gerne formulieren, allerdings sind sie nicht spektakulär genug für einen eigenen Blogpost. Also denn – viel Spaß!

Right now: Pendler-Life

Marie hat am Montag schon von ihren tausend Zugfahrten in den Semesterferien erzählt und auch bei mir sieht es kaum anders aus. Für zwei Veranstaltungen der Heinrich-Böll-Stiftung fahre ich innerhalb zwei Wochen zwei Mal nach Berlin (und dazwischen wieder zurück), habe einige Male einen Abstecher nach Düsseldorf, Bonn und Köln gemacht und bin ansonsten gut und gerne zwischen Bochum und Münster gependelt. Alles halb so wild; trotzdem kann ich es kaum erwarten, bald einen klar definierbaren Wohnsitz zu haben, an dem ich länger als eine Woche bleibe.

Gehört

Man kann über die Verfilmungen von Shades of Grey sagen, was man will. Fakt ist: Der Soundtrack ist gut. Und damit überlasse ich euch diese Playlist. So, so gut!

Nachgedacht: Kritikfähigkeit

Es gibt so Dinge, die sind in der Theorie einfach, in der Praxis jedoch schwierig. Dazu gehört auch, ordentlich mit Kritik umgehen zu können. Meiner Meinung nach ist das eine der wichtigsten Eigenschaften, die einem das Leben einfacher macht.  Wer nicht immer alles persönlich nimmt, geht unnötigem Streit aus dem Weg und kann zielorientiert an den eigenen Fähigkeiten arbeiten, statt sich wegen jeder Kleinigkeit gekränkt zu fühlen. Dafür muss man seinem Selbstwertgefühl natürlich erst ein dickes Fell wachsen lassen, damit es auch dann nicht ins Wanken kommt, wenn mal nicht von überall nur Lobeshymnen regnen. Selbstbild ist eben nie gleich Fremdbild. Und auch wenn fremde Meinungen einem einen Stich versetzen können und man kurz nach der Kritik etwas in sich zusammenfällt,  ist das doch viel besser, als in eine rosarote Welt fernab der Realität geschmeichelt zu werden. Natürlich rede ich hier von konstruktiver Kritik!

Auch wenn man nach außen hin so wirkt, als könne man gut mit Kritik umgehen, besteht die wahre Herausforderung darin, sich auch ganz tief drinnen nicht persönlich angegriffen und gekränkt zu fühlen.

In Redigaten oder bei Redaktionsprojekten, wo erfahrenere Schreiber und Journalisten nochmal über die Texte schauen, wird man als Anfänger mit Kritik überhäuft. Und manchmal kann das so nervig und verletzend sein, dass man sich wünscht, man würde wieder eine Zeitreise machen und im stillen Kämmerchen schreiben, wo nur man selbst nochmal drüber liest. Ist doch mein Text, mein Stil, meine Sprache und schließlich auch mein Werk, ein Teil von mir! Wieso soll mir da jemand reinpfuschen, alles zerstückeln und entstellen?

Ich habe mehrere Anläufe und Redigate gebraucht, bis ich angefangen habe, wirklich dankbar für die Verbesserungen und auch mal radikale Streichungen von ganzen Passagen zu sein. Sind nämlich letztendlich zu 90% auch angebrachte Verbesserungen. „Kill your Darlings“ hört man zum Beispiel oft – nur weil du eine Passage besonders lieb hast, ist sie noch lange nicht relevant für deinen Text – , ein Ratschlag, der zunächst unglaublich frustrierend ist, doch von Mal zu Mal immer leichter fällt. Von dem übertriebenen Autorenstolz sagt man schließlich auch „Adieu“ – zumindest ein bisschen. Wenn ich es dann mal trotzdem nicht hinkriege, nicht beleidigt zu sein, lese ich mir einfach schlaue Sprüche und Zitate zum Thema Kritikfähigkeit durch. Quotes helfen immer. Hier meine Top 3.

Nur wenige Menschen sind klug genug, hilfreichen Tadel nichtssagendem Lob vorzuziehen – Francois de la Rochefoucauld, französischer Schriftsteller

Die meisten Menschen wollen lieber durch Lob ruiniert als durch Kritik gerettet werden. – Amerikanisches Sprichwort

Wer mir schmeichelt ist mein Feind, wer mich tadelt ist mein Lehrer. – Chinesisches Sprichwort

Nachgedacht #2: Ich bin kein Weltenbummler…

… und das ist auch okay so. Reisen ist momentan DER Shit. Auf Instagram häufen sich die Reiseblogger, immer mehr machen mit Erreichen der Volljährigkeit ’ne Weltreise, die anderen verteilen ihre Reisen auf ihre Semesterferien oder planen jetzt schon ihr Sabbatjahr. Und ich? Ich mags ganz gerne, mal einige Wochen zu Hause zu sein. Mal die eigene Stadt ohne Alltagsstress zu erleben. Und doch liegt mir dann der Reisetrend im Nacken und habe Angst davor, mein Leben zu verpassen, wenn ich nicht schleunigst zum weit entferntesten Ort fliege. Fernweh? Nö. Eher trendbedingtes FOMO (=Fear of missing out). Ja, Reisen ist ein Trend. Schon immer gab es Weltenbummler; andere Kulturen und Reiseziele waren früher auch wunderschön. Doch jetzt sieht das auch die breite Öffentlichkeit so. Trotzdem: Genau so, wie es schon immer Weltenbummler gab, gab es auch schon immer die, die lieber einige andere Dinge tun würden, als zu reisen. Ich gehöre zur zweiten Kategorie. Klar, fahre ich gerne in den Urlaub. Ich liebe es, Sprachen zu lernen, liebe es, Neues zu entdecken. Trotzdem möchte ich nicht unbedingt jede freie Minuten in der Fremden Ferne verbringen. Es stresst mich teilweise mehr, als dass es mich glücklich macht. Lieber kaufe ich mir eine 10er-Karte Yogastunden, trinke jeden Tag Kaffee im Café Nebenan oder mache einen Creative Cloud Kurs, als zu viel Geld für eine Reise auszugeben, die nicht unbedingt muss. Ich komme gerne wo an, kenne Orte gerne in- und auswendig, was sich schwierig gestaltet, wenn ich dort nur wenige Wochen verbringe und dann weiterziehe.

Genauso, wie ich in meinem Freundeskreis die Erste bin, die Fremde anquatscht, beim Supermarkt in der Schlange Gespräche anfängt und im Café die Besitzerin nach der Geschichte ihres Ladens fragt, bin ich die Letzte, die einfach so ohne Plan ins Ausland reisen würde, wenn doch zu Hause genug Abenteuer warten. Da erkunde ich lieber meinen Ort richtig, lerne die besonderen Ecken meines Vorgartens (nicht wörtlich nehmen!) kennen, statt überall mal ein, zwei Wochen rein zu schnuppern. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin kein Weltenbummler. Und das ist keine Schande, auch wenn es in  den heutigen Zeiten ziemlich uncool wirkt.

P.S.: Als ich letztens einem Freund davon erzählte, wollte er gerne ein Gedankenballett darüber schreiben. Der von ihm gewählte Titel: „Man muss nicht nach Indien fliegen, um aus Pfützen zu trinken“. So schwarz ist mein Humor dann doch nicht.

Gelesen: Back to the 20s

fallada

Da habt ihr doch ein selbstgeschossenes Bild. Mit iPhone Kamera. Am Berliner Bahnhof.

Im Deutsch LK habe ich am liebsten die Romane aus der Epoche der Neuen Sachlichkeit gelesen. Generell gefiel mir die Epoche zwischen den beiden Weltkriegen sehr gut – unkonventioneller Schreibstil, spannender geschichtliche Hintergrund, Figuren, die versuchen, den amerikanischen Traum in Berlin zu leben. Mal fliegen sie auf die Fresse (Wirtschaftskrise is coming) und mal eben nicht (Happy Ends sind in dieser Epoche rar gesät, aber es gibt sie!). Derzeit lese ich „Ein Mann will nach oben“ von Hans Fallada. Bisher gefällt es mir sehr sehr gut, allerdings musste ich mich erst daran gewöhnen, dass fast alle Charaktere Berlinerisch reden. So waren die ersten Seiten ein wahres Hieroglyphen-Entziffern. Mittlerweile geht es und ich bin total gespannt wie sich die sehr jungen Charaktere in Berlin entwickeln werden.

Heiß geliebt: Instagram Stories

Ahhh. Ich liebe diese Funktion. Ich habe zwar vor einiger Zeit in diesem Gedankenballett am Beispiel von Instagram Stories etwas darüber abgezogen, dass plötzlich alle Blogger auf jeder Plattform aktiv sein müssen und dabei der Blog vernachlässigt wird, allerdings habe ich mittlerweile meine Liebe zu Twitter und Instagram durch Instagram Stories ersetzt. Es ist hübsch, aber nicht ganz so gestellt, wie Instagram, und ich habe das Gefühl, ich kann mit dieser Funktion klar kommen (was ich von Twitter nicht behaupten kann – ich checke dieses Format einfach nicht!). Außerdem macht mir das Instagram-Storytelling echt echt Spaß. Deshalb – wenn ihr hier gern lest und Social Media mögt: Einfach mal bei @ana_disaster_ vorbei schauen!

Vorhaben: Ziele im April

    • Steuerberater kontaktieren: … und – wer hätte es gedacht – meine erste Steuererklärung in Auftrag geben. Seit Oktober ist The Disaster Diary nämlich als Gewerbe angemeldet, damit ich mit den bezahlten Blogposts, die auf TDD sehr rar gesät sind, den Staat nicht hintergehe. Gewerbe = ganz viel Bürokratie. Ich will gar nicht wissen, wie viel Papierkram dazukommt, wenn man mehr als den Freibetrag verdient.
    • Sport machen: Habe am Anfang der Woche wieder etwas Yoga gemacht und sehr viel Spaß dabei gehabt! Sobald ich wieder einige Tage am gleichen Ort bin, wird es wieder in das Morgenritual aufgenommen. Mein Stundenplan fürs Sommersemester ist nämlich gnädig, was den Vormittag angeht.
    • Frühjahrsputz! Mein Kleiderschrank sieht nämlich aus wie nach einer Naturkatastrophe. Mit dem achtsamen Shoppen läuft es ganz gut, allerdings besagt der minimalistische Lifestyle auch, auf seine wenigen, gut ausgewählten Klamotten auch gut aufzupassen. Daher sollte ich mir wohl abgewöhnen, meine Kleidung nach dem Tragen einfach so in den Schrank zu werfen. Macht sich nicht so gut. #sorry (not sorry).
    • Schreibtisch aufräumen: Wenigstens in der ersten Woche des Semesters will man organisiert sein.
    • Wieder eigene Fotos für den Blog schießen: Im chaotischen ersten Semester war es kaum möglich, in den Ferien war ich nie dort, wo meine Kamera war. Ab nächstem Blogpost sind die Fotos dann nicht mehr (oder nicht mehr so oft) von Stock-Anbietern. Versprochen!
    • Neue Rubriken und Ideen auf The Disaster Diary: Stay tuned. Was ich für die nächsten Wochen in Planung habe, mag zwar nicht legendär sein, aber ganz cool kann man es schon nennen. 😉

Last but not least: Feedback, please!

Und ihr so? Was habt ihr vor im April? Auf welche Gedanken seid ihr die letzten Wochen gekommen? Seid ihr Weltenbummler*in? Und: Kennt ihr euch Romane der Neuen Sachlichkeit? 

Beitragsbild: Unsplash.com // Lobostudio Hamburg

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2 Comments

  • Tabea 6. April 2017 at 14:48

    Deine Gedanken zur Kritikfähigkeit kann ich nur unterschreiben. Bei mir lesen gerade viele Leute meinen Praxisphasenbericht zur Korrektur und streichen alles Mögliche… Aber ich freue mich, dass sie sich die Zeit nehmen 🙂

    Weltenbummler bin ich auch nicht. Ich würde zwar viel gern mal sehen, aber eigentlich ist mir die Zeit zu schade zum Wegfahren, da ich hier immer genug zu tun habe. Und wenn mein Pony da ist, reite ich eh lieber, als Fremde Orte anzusehen. Da bin noch die im Alltag doch ähnlicher und quatsche lieber hier mit Fremden, als meinen Wohnsitz aufzugeben.

    Deine Ziele klingen echt gut. Da bin ich auf die Resultate, zumindest bei den den Blog betreffenden Dingen, gespannt.

    Liebe Grüße

    Reply
    • Ana 16. April 2017 at 14:31

      Hi Tabea – danke für deinen Kommentar! Ja – es muss eben nicht jeder Weltenbummler sein. Solange man selber happy mit seinem Leben ist, kann man es so gestalten, wie man mag. 🙂

      Ich bin genauso gespannt, wie die Sachen mit dem Blog letztendlich verlaufen werden 😉
      xx Ana

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