Author Archives: Ana

About Ana

Psychologiestudentin in Münster, Schreiberin von ganzem Herzen, Ökotante wenns grad passt, Geheimagentin in spe und Yogi sonntags morgens.

| Buchclub | Folge 1: Es wird Philosophisch! Janet Kinnert von Sans Mots

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Hallo meine Lieben und herzlich willkommen zu einem neuen Format.

BUCHCLUB heißt diese Serie und dreht sich – nennt mich Captain Obvious – um das Thema Bücher. Wie ihr vielleicht wisst, startete meine Bloggerkarriere mit bescheidenen 14 Jahren, einem Haufen Büchern und dem Wunsch, Literaturkritikerin zu werden. Also habe ich mir einen Blogspot-Blog zusammengebastelt und eifrig die gesamten Cassandra Clare Romane rezensiert. Dann viele andere. Schließlich – fast 4 Jahre später – hatte ich keinen Bock mehr auf (ausschließlich) Bücher (und konnte mit den Kolleg*innen, die 20 Romane im Monat verschlangen, so oder so nicht mithalten). Also brachte ich The Disaster Diary auf die Welt… und suche seitdem nach einer Möglichkeit, das Thema Bücher in einer Form zu bringen, welche zu dieser Plattform passt. Mit Buchrezensionen bin ich durch – die lese ich selber nämlich kaum (man soll ja bekanntlich den Blog schreiben, den man selber gerne lesen würde). Dafür stehe ich wahnsinnig darauf, sich ganz ungezwungen über Bücher auszutauschen. In einem Buchclub war ich nie – dabei fand ich die Vorstellung von einer Runde emanzipierter Frauen mit Hüten, langen Röcken und Sepiafilter, die Austen lesen, schon immer einfach gar nicht schlecht. Daher der Entschluss, diese nie-gemachte Erfahrung digital zu verarbeiten und auf TDD regelmäßig coole, emanzipierte Frauen (nicht unbedingt mit Hüten und Sepiafilter, aber ausgeschlossen ist es nicht!) einzuladen. Auf dass sie ihre Buchtipps loswerden! Vielleicht stößt so der eine oder andere von euch auf das nächste Lieblingsbuch? Oder muss sich eingestehen, dass Buchgeschmäcker unterschiedlich sind und die 20€ für das Hardcover verbranntes Geld waren (solche Erfahrungen muss man eben auch im Leben machen).

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Übers Stipendium: „medienvielfalt, anders“ der Heinrich-Böll-Stiftung

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Heutiges Thema: Stipendien. Besser gesagt, ein bestimmtes Stipendium. Nach langen Grübeleien und Zweifeln, habe ich mich dafür entschieden, euch so ausführlich wie derzeit möglich, über das Journalismus-Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung aufzuklären. Leider werden Stipendien selten auf unkonventionellen Foren oder Blogs besprochen – die einzigen Quellen, die über Stipendien Auskunft geben, berichten ausschließlich über Studium und Karriere und mystifizieren somit ungewollt das Thema Stipendium. Das Synonym von Stipendium lautet „Begabtenförderung“ – nur die wenigsten würden sich selbst als Begabte einstufen. Daher entsteht oft der Eindruck, man müsse ein 1,0-Abitur, keine Freizeit jenseits des gesellschaftlichen Engagements oder einen perfekten Überblick über das politische Geschehen haben, um auch nur eine Chance auf ein Stipendium zu haben. Das ist Quatsch. Daher vorab: Informiert euch und bewerbt euch einfach! Da ich damit rechne, dass die Leute, die meinen Blog verfolgen, meine Ansichten und Interessen teilen, könnte das Stipendium, welches mich derzeit fördert, auch für euch etwas sein. Im Folgenden also ein ellenlanger, aber informativer (!) Einblick in die Story „Ana meets Stipendium“.

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Frühjahrsputz mal anders: Minimalismus 101

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Foto: Sabine von A HUNGRY MIND

Der Winter ist zuende! Die Sonne knallt zum ersten Mal wieder richtig durchs Fenster und plötzlich sieht man es überdeutlich: Überall liegt Staub. Bei der eilig initiierten Putzaktion dann der Schock: Auch in den Schränken herrscht das pure Chaos und wer hat über den rauen Winter hinweg eigentlich die 7 verschiedenen Handcremetuben besorgt? Es ist ein Disaster (pun intended!). Aber irgendwie ist es auch ein gutes Gefühl, denn wenn es endlich wieder Zeit für den Frühjahrsputz wird, sind wir sofort neu motiviert und freuen uns regelrecht aufs Abstauben und Aufräumen. Aber ist es mit dem Aufräumen getan? Für mich persönlich: Nein.

Aber erst einmal: Hi! Hier schreibt Sabine. Es ist mir eine Ehre – Ana hat mich gebeten, den Lesern von Disaster Diary heute einen kleinen Einblick in ein Thema zu geben, mit dem ich mich auf meinem Blog A HUNGRY MIND hauptsächlich beschäftige: Minimalismus. Minimalisten – sind das nicht diese verrückten Backpacker, die neben ihrem Rucksack nur noch eine Badehose und ein Macbook besitzen, keine Unterhosen tragen und als Digital Nomads durch Asien reisen? Oder waren es die Spinner, die nur schwarz tragen und in ihren übergroßen Berliner Altbauapartments auf einer Matratze auf dem Boden pennen? Naja, nein. Auch wenn ich selbst diese beiden Gruppierungen nicht uneingeschränkt “verrückt” nennen würde.

Was steckt denn jetzt hinter „Minimalismus“?

Minimalismus, das heißt im Endeffekt nur: Ich besitze nichts, das keinen Wert für mich hat, und beschäftige mich nicht mit Überflüssigem. Wie der persönliche Besitz am Ende aussieht und welche Menge sich richtig anfühlt – das entscheidet jeder selbst. Die unmittelbare, psychische Erfahrung beschreiben aber fast alle Minimalisten gleich: Weniger überflüssigen Kram zu besitzen ist befreiend. Es fühlt sich großartig an, weil man mehr Platz hat, mehr Geld, und schlicht und ergreifend weniger zu tun. Wer weniger besitzt, muss weniger aufräumen und putzen, braucht morgens keine halbe Stunde um ein Outfit auszuwählen und kann sich dementsprechend auf alles konzentrieren, was wichtiger ist als materieller Besitz. Und das ist eine ganze Menge, oder?

Wie wäre es also, den Frühjahrsputz dieses Jahr zu nutzen, um endlich mit dem Minimalismus anzufangen? Oder zumindest mal reinzuschnuppern. Hier kommen vier Tipps für Einsteiger!

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1) Nicht ordnen und verstauen, sondern ausmisten.

Es ist viel zu verlockend – je mehr Schränke wir haben, desto besser werden wir darin, Dinge wegzupacken. Der gelb-blaue Möbelschwede hat sich sogar aufs Ordnen und Verstauen spezialisiert und bietet Lösungen für jede noch so kleine Bude an. Das ist stellenweise genial, im Alltag geht es aber am Problem vorbei. Während wir es zur Königsdisziplin gemacht haben, im Frühjahr alle Schubladen auszuräumen, durchzuwischen und dann alles neu einzusortieren, so dass es viiiel ordentlicher ist als vorher, vergessen wir nämlich, dass wir es eigentlich nur aus den Augen und damit aus dem Sinn schaffen. Wenn man schon mal jeden Gegenstand in die Hand nimmt, bietet es sich doch eigentlich an, auch seine Daseinsberechtigung zu hinterfragen, bevor man ihm einen (neuen) Platz in der Wohnung zuweist.

So jedenfalls macht es Marie Kondo mit ihrer Kon Mari Methode, die seit dem Buch “The Life-Changing Magic Of Tidying Up” nicht nur bei Minimalisten einen irren Erfolg feiert. Ihr wichtigster Tipp, den ich teile, ist: Sortiere nach Kategorien aus, nicht nach Schubladen. So hast du einen viel besseren Überblick und verzettelst dich nicht. Du trägst also zum Beispiel alle Bücher zusammen und legst sie in die Mitte des Wohnzimmers. Dann setzt du dich hin, nimmst jedes Buch einzeln in die Hand und stellst dir eine Frage. Für Marie Kondo heißt die Frage “Bringt dieser Gegenstand mir Freude?”. Ich würde hinzufügen: “Wenn er mir keine Freude bringt, hat er einen wichtigen Nutzen? Und habe ich etwas anderes, mit dem ich diesen Zweck genauso erfüllen könnte?” So behalte ich zum Beispiel auch ein altes Paar Flipflops – einfach, weil ich sie mein einziges Paar sind und ich sie im Fitnessstudio brauche, auch wenn ich sie nicht besonders hübsch finde.

2) Loslassen – zur Not in Schritten.

Wenn du alle drei Fragen mit Nein beantworten kannst (oder musst), dann brauchst du den Gegenstand vermutlich einfach nicht und kannst ihn wegwerfen, spenden oder verkaufen. Klingt einfach? Ist es auch. Es dauert nur ein bisschen, bis du die ganze Wohnung durch hast. Tipp: Fange am besten mit einer Kategorie an, in der es dir leicht fällt, Sachen wegzugeben. So kommst du besser in die richtige Stimmung und verlierst ein paar Skrupel. Wenn es dir ganz schwer fällt, kannst du Sachen, bei denen du dir wirklich nicht sicher bist, auch erst einmal in einen Karton packen und ihn an einen Ort stellen, wo du ihn nicht ständig siehst. Wenn du dich nach einem Monat nicht an den Gegenstand erinnert hast oder ihn dringend haben wolltest, kannst du ihn guten Gewissens loswerden.

3) Saisonal sortieren, ganzjährig denken

Am besten optimieren kann man meistens den Kleiderschrank. Der größte Trend ist hier die Capsule Wardrobe – pro Jahreszeit soll man dabei etwa 37 Teile (die Zahl variiert je nach Quelle) haben. Ich sehe es mit den Zahlen nicht so eng – mir hilft aber die saisonale Einteilung, weil ich so die Kleidung, die ich in der Saison gar nicht brauche, auf den Dachboden packen kann. Das gibt mehr Raum, Übersicht und optische Ruhe; vor allem wenn man so wie ich nur noch eine Kommode und eine Kleiderstange hat anstatt eines großen Wandschrankes. Wichtig ist nur, dass man weiterhin das ganze Jahr bedenkt und die Einteilung nicht als Gelegenheit nutzt, doch jede Menge anzuhäufen und die Hälfte im Stauraum zu verstecken. Ich investiere in Basics, die das ganze Jahr über gehen, und ergänze sie mit saisonalen Highlights wie einem schönen Schal für den Winter, einem Trenchcoat für den Herbst und Frühling, ein buntes Kleid für den Sommer…

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4) Umstellen statt Blitzdiäten

Das erste große Ausmisten ist ein bisschen wie eine neu entdeckte Diät. Der Erfolg fühlt sich super an. Zurecht! Aber er ist noch lange nicht nachhaltig. So wie man anstelle einer radikalen Diät lieber dauerhaft seine Ernährung umstellen sollte, ist es auch mit dem Konsumverhalten. Die beste Ausmisttechnik bringt nichts, wenn in wenigen Monaten wieder genauso viel Kram angehäuft wurde. Anstatt dich dazu zu zwingen, dich schon bei diesem Frühjahrsputz auf eine bestimmte Anzahl an Dingen zu reduzieren, mach es lieber entspannt und kontinuierlich. Mit dem Ausmisten ist man nie wirklich fertig – und das ist auch okay so. Ich gehe inzwischen ganz routiniert und regelmäßig durch meine Sachen und nehme mir einzelne Kategorien auch mal ganz nebenbei vor. Gleichzeitig achte ich auf das, was ich kaufe, und stelle mir dabei ähnliche Fragen wie beim Ausmisten: Bringt mir dieser Gegenstand dauerhaft (!) Freude? Brauche ich ihn wirklich? Spontankäufe vermeide ich und führe lieber Wunschlisten. Das Problem ist nicht der Konsum an sich – sondern unreflektierter Konsum, den man am Ende bereut, weil er die Wohnung verstopft und dazu Geld gekostet hat, das man für Wichtigeres hätte ausgeben können.

Wie minimalistisch lebt ihr? Kauft und behaltet ihr schon nur das, was ihr wirklich braucht? Wie geht ihr den jährlichen Frühjahrsputz an? 

sabine_ahungrymindAbout Sabine

Wenigbesitzerin und Vieldenkerin, immer irgendwo zwischen dem Hunger auf neue
Erfahrungen und dem Bedürfnis nach einer Fußgängerzone ohne Fußgänger.   Mehr aus ihrer Feder und über die Themen Minimalismus, Fair Fashion und das Leben als #Introvert findet ihr auf ihrem Hamburger Blog A HUNGRY MIND.

Vergiss den Blitzbachelor:
10 Gründe die Regelstudienzeit zu überschreiten

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6 Semester Bachelor. 4 Semester Master. So viel Zeit gibt die Studienordnung den Studierenden in Deutschland, um ihre Ausbildung an einer Universität in Regelstudienzeit zu absolvieren. Der Begriff „Regelstudienzeit“ fungiert als Druckmittel – wer länger braucht, fällt aus dem Raster.

In der Realität sieht dieses Raster allerdings ganz anders aus: Weniger als die Hälfte aller Bachelorabsolventen schaffen ihren Abschluss in Regelstudienzeit. Von der Mehrheit an Studierenden, die den Blitzbachelor mit einem Sprint hingelegt haben, hört man häufig Bedauern, das Studium nicht etwas lockerer angegangen zu sein. Trotzdem eifern viele der besonderen Auszeichnung „made in Regelstudienzeit“ nach. Wieso das überhaupt nicht notwendig ist und sich eine Entzerrung des Studiums sogar auf dem Arbeitsmarkt lohnt, erfährst du in den folgenden 10 Gründen.

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Links | Hier gibt es Studentenrabatt!*

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Mittlerweile ein halbes Jahr Student, kommt es mir langsam in den Sinn mein Dasein finanziell auszunutzen. Dass alle sagen, das Leben als Student sei unglaublich günstig, kommt schließlich nicht von nirgendwo. Nach einer kleinen Internet-Recherche kann ich das nur bestätigen – fast über all stößt man auf Rabatte, die für Studenten bestimmt sind. Nach Vorzeige der Immatrikulationsbescheinung spart man so kleine Vermögen auf teilweise ziemlich große Investitionen. Anstatt mir selbst davon eine Liste zu machen und sie zu überfliegen, ehe ich mich das nächste Mal nach Technik oder einem Zeitschriftenabo umsehe, mache ich eben diese einfach mal publik. Vielleicht erweist sie sich für den ein oder anderen ja als nützlich und kommt gerade Recht.

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Das 3-Uhr-Gedankenballett Round-Up

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Meine Gedankenballette sind etwas ganz besonderes. Für mich, zumindest. Es sind die Beiträge, die ich nachts um 3 schreibe und die, die nach dem ersten Entwurf erstmal in 375397 Korrekturen entschärft werden müssen, weil ich mich gern in Dinge hineinsteigere und plötzlich die gesamte Gesellschaft an den Pranger stelle. Meine Augen schmerzen vor Müdigkeit, ich will eigentlich nichts weiter als ins Bett, doch irgendetwas treibt mich dazu an, genau jetzt, genau jetzt jetzt jetzt, zu schreiben. Als würde mein Leben davon abhängen. Aufs Bett gesetzt, Schneidersitz, Laptop an. Es fließt plötzlich einfach aus mir heraus und ich weiß wieder genau, wieso ich das Schreiben liebe: Weil es mir so unglaublich leicht fällt. Ich hasse das Schreiben, wenn ich keine Worte finde und ich liebe es, wenn ich gar nicht danach suchen muss. Ratet mal, wie spät es grade ist.

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Good Girls Revolt Serie Review

Serien Tipp: Good Girls Revolt

Man hört leise Stimmen aus der linken Ecke des Raums, von überall das Geräusch des Tippens auf Schreibmaschinen, jemand springt durch die Tischreihen und verteilt Zigaretten an die Kollegen. Der Chefredakteur schreit von der Empore auf seine Reporter herunter und fragt sie nach dem Stand ihrer Arbeit. Die Rechercheurinnen telefonieren mit der Polizei, sogar mit Zeuginnen, die live dabei waren, als eine Demonstration vor wenigen Tagen aus dem Ruder lief. Einer der Reporter ist grade aus Paris zurück, wo er vor Ort gelauscht und beobachtet hat, um daraus eine Story zu entwerfen und dann auf das Papier zu bringen. So in etwa lässt sich die Ausgangsszene der Amazon-Prime Serie Good Girls Revolt beschreiben, welche den Serienschauer in die frühen 70er Jahre entführt. Eine Zeit, in der der investigative Journalismus noch die Oberhand hatte. Ein wahrer Charmeur im Vergleich zu den meisten Online-Redaktionen heute, in denen Google öfter aufgerufen wird, als vor Ort nachgefragt, und der Begriff der „guten Story“ ein Relikt aus vergangenen Zeiten zu sein scheint.

Nicht so 1969 im Herzen New Yorks: Die Wochenzeitung „News of the Week“ etabliert sich unter der Leitung des erfolgreichen Chefredakteurs Finn und beschäftigt eine Reihe junger Reporter und Rechereurinnen. Das Arbeitssystem bei „News of The Week“ ist starr und an Geschlecht, nicht an Leistung orientiert ein: Die Frauen recherchieren, forschen nach, telefonieren und stehen mit den Infos den wahren Stars der Pressewelt zur Seite: Den Reportern. Diese fügen die Arbeit der Frauen zu einem Artikel zusammen, setzen ihren Namen drunter und kriegen im besten Fall von Finn einen Schulterklopfer für die gute Story. Von dem Erfolg kriegen die Frauen bei „News of The Week“ auch etwas mit: Sie werden von ihren Kollegen geschätzt und arbeiten eng mit ihren Partnern zusammen. Auf ihren Namen unter den Artikeln oder einem Lohn, der auch nur an die Hälfte die der Männer reicht, können sie allerdings vergeblich hoffen. Dass hier eine große Ungerechtigkeit herrscht, fällt den Frauen bei „News of the Week“, die ihren Job lieben und sich nach ihrem Collegeabschluss für Arbeit statt Hausarbeit entschieden, nicht auf. Bis plötzlich jemand auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam macht.

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Lazy Girl Kitchen:
Ziegenkäse-Salat Style Français

france1Happy Sunday. 15 Uhr immer noch verschlafen. Heute so ein Tag, wo man Ideen notiert, Entwürfe schreibt, das Zimmer ausmistet und sich hübsch macht, obwohl man doch nur zu Hause bleibt. Dimanche-Sonntage nenn ich diese Art von Sonntagen. Wer etwas Französisch spricht wird sofort erkannt haben, dass Dimanche nur das französische Wort für Sonntag ist… und ich heute also einen Sonntag-Sonntag verbringe. Tatsächlich geht es mir – als Französisch-Anbeterin ohne ein Wort Französisch sprechen zu können – nur darum, dass dieser Sonntag eben einen Hauch von Charme und Eleganz hat. Ich also das Haus nicht verlassen muss, und trotzdem nicht verwahrlost eine Serienfolge nach der anderen schaue und meine Schokovorräte aufesse.

Wie es dazu kommt, dass ich einen meiner liebsten Tage, seit langem mal wieder in meinen Vier Wänden begrüßen darf? Zeit. Zeit, meine lieben Freunde. Ich habe Zeit. Erste Sache, die ich heute gemacht habe: Buch Roman geschnappt und gelesen. Im Bett, mit zerzausten Haaren, noch ehe ich auf dem Handy nachschaue, wie spät es ist. Denn heute ist es mir absolut egal. Ich muss nicht lernen, ich muss nirgendwo hin und die paar Teller, die ich spülen muss, hetzen mich auch nicht. Schon bin ich 100 Seiten weiter und meine zweite Bettdecke (ja ich habe zwei, mir ist nämlich nachts kalt), die ich nachts zwischen zwei wohltuenden Schlafzyklen weggekickt habe, liegt immer noch auf dem Teppich. Die paar Seiten vor dem Frühstück, oder dem Anziehen, oder dem Duschen, oder dem Irgendwas-Anderes-Tun, sind für mich ein Symbol für unendlich viel Zeit.

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Willkommen in Lohhausen!

Neuanfänge sind etwas ganz Besonderes. Sie haben etwas Magisches an sich – eine Aufbruchstimmung, in der wir uns selbst einreden, dass ab jetzt alles besser wird. Mitten-Drin-Stecken dagegen hat etwas unglaublich frustrierendes. Entweder man fühlt sich erschlagen von zu viel Arbeit, oder man ist unzufrieden mit der Art von Arbeit, in der man knietief steckt. Wird die Liste der To Dos zu lang, dann sollte man sich natürlich fleißig an die Arbeit setzen. Oder – und diese Alternativlösung erscheint für den Moment meist produktiver – man legt sich hin. Und starrt an die Decke. Und kotzt Selbstmitleid. Dicke Schichten Selbstmitleid. Und suhlt sich darin.

Wie schön wäre alles, wenn…? Wie sehr freue ich mich auf…? Ach hätte ich doch nur…?

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Über Autorenängste, Kafka und einen lesenden Hobbypsychoanalytiker

„Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen“. Das schrieb Mark Twain und brachte damit sicher mehrere Millionen Menschen zum Schmunzeln. Und auch mich und das mehr als einmal.

Was Twain da spielerisch in den Raum wirft, war für mich aber lange Zeit voller Ernst. Schreiben ist leicht. Schreiben ist wie Dominospielen. Ich brauche nur mit einem Gedankenstein anfangen, welcher dann in einer Kettenreaktion die an anderen zum Kippen bringt. Das Produkt klingt dann manchmal gut genug, dass andere es auch gerne lesen. Mein Finger schnellt herab auf die Enter-Taste, die die Worte in die Weiten des Internets schickt. Schreiben ist das leichteste der Welt. Dachte ich zumindest, bis mir plötzlich überzufällig oft Folgendes passierte: Im Gespräch mit Freunden erwähnten sie Dinge, die ich ihnen nie erzählt hatte. Wenn ich ihnen eine Geschichte erzählte, dann gaben sie mir den Eindruck, sie wüssten schon etwas darüber. Als wäre nicht ich, als Person in der Realität, die Quelle, über die man etwas über mich herausfindet. Als hätten sie noch eine weitere Quelle, und wüssten damit viel mehr über mich, als ich preisgebe. Diese zweite Quelle ist mein Blog.

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16 Things I Learned in 2016

1. Your health is your wealth.

2. Nichts ist es wert, dich krank zu machen. Wirklich gar nichts.

3. Sich um die Leute um dich herum zu kümmern ist so wichtig. Merke dir Geburtstage und gratuliere. Lasse Leute nie alleine sitzen. Stelle dich vor, wenn du mit jemandem in einer Runde stehst, der dich noch nicht kennt. Sei nicht scheu, freundlich zu sein und anderen Leuten das Gefühl zu geben, toll zu sein.

4. Andererseits: Sei immer du selbst. Die Leute, die dich trotz allem nicht leiden können, die willst du nicht in deinem Leben. 😉

5. Man soll kompliziert denken, und einfach reden. Nicht andersrum.

6. Und man soll nicht zu viel Respekt vor dem komplizierten Geschwafel anderer Leute haben.

7. Auf die eigene Intuition zu hören bedeutet nicht, das zu machen, worauf du grade in diesem Moment Lust hast. Und wenn doch, dann ist sie nicht erfolgsvorsprechend oder glücklichmachend. Sie übertrumpft nur die wahren (Langzeit-)Ziele, mit kurzen unbedeutenden Erfolgen.

8. Kaffee ist wie das Arschloch über das du nicht hinwegkommst. Und dann kommst du drüber hinweg und plötzlich ist alles anders.

9. Tee ist hammer geil. Nur hat es noch nicht diesen Ruf. Mission 2017 – das zu ändern.

10. Mode ist alles andere als oberflächlich. Ein Interesse für Mode fängt bei dem eigenen Selbstwertgefühl an, geht über die Selbstverwicklung, Darstellung der eigenen Persönlichkeit, bildet unser Konsumverhalten ab und endet dort, wo man mit ihr ein politisches Statement machen kann. #consciousfashion

11. Sobald Leute aus deinem echten Leben wissen, dass du bloggst, kannst du nicht mehr schreiben was du denkst. Jetzt gilt es vorsichtig zu sein.

12. Sei dankbar – Schlimmer geht immer.

13. Es gibt mindestens tausend Personen, die hübscher, klüger, mutiger, sympathischer, witziger sind als ich. Die zurückhaltend und bedacht sein können und denen nie ein unangemessenes Wort rausrutscht. Und ab und an kommt es dazu, dass ich sie um diese Eigenschaften beneide. Doch hätte ich die Wahl, eine dieser Personen zu werden, wäre ich doch lieber ich.

14. The Disaster Diary zu gründen ist eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

15. Lern deinen eigenen Maßstab zu setzen: Es ist egal was andere machen, was andere glauben, was sie von dir oder sich selbst erwarten. Finde heraus, was du – komplett losgelöst von den Erwartungen anderer – willst (auch wenn man diese Weisheit ständig hört, dauert es doch eine ganze Weile bis man versteht, was sie WIRKLICH bedeutet).

16. Über seine liebsten Autoren muss man nicht lange nachdenken. Es sind nicht die, die man als seine liebsten Autoren deklariert, nachdem man viel zu lange darüber nachgedacht hat, was jetzt die beste Antwort wäre. Es sind die, die dich alle paar Jahre wieder komplett einnehmen und dich nachts nicht einschlafen lassen. Meine persönliche Herzensdame: Mascha Kaléko.

Eigentlich hätte ich diese Liste auch mit 16 Kaléko Gedichten füllen können, habe mich aber dagegen entschieden. Keins einzubinden würde sich aber falsch anfühlen:

Take it easy

Tehk it ih-sie, sagen sie dir
Noch dazu auf englisch. „Nimm’s auf die leichte Schulter“

Doch, du hast zwei.
Nimm’s auf die leichte.

Ich folgte diesem populären
humanitären Imperativ.
Und wurde schief.
Weil es die andere Schulter
auch noch gibt.

Man muss sich also leider doch bequemen,
es manchmal auf die schwerere zu nehmen.

All diese 16 Gedanken versuche ich so gut es geht in 2017 zu nehmen. Meine Vorsätze halte ich dieses Jahr geheim, nur einen will ich euch nicht vorenthalten: Balance finden. Der nie endende Vorsatz also. Vielleicht komme ich in 2017 ja einen Schritt weiter.

Was hat euch 2016 mitgegeben? Welche Ereignisse werden euch in Erinnerung bleiben und was wollt ihr 2017 anders machen? xx Ana

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Thanksgiving – Ein Fest der Dankbarkeit?

Happy Thanksgiving, Leute! – nachträglich. Die Meisten von euch wissen sicher nicht, dass gestern in den USA Thanksgiving gefeiert wurde, einige andere haben über Social Media etwas davon mitgekriegt oder sind schon so amerikavernarrt, dass sie ihre eigene Miniversion davon veranstalten. Mir ist zu diesem Anlass ganz plötzlich eingefallen, dass ich mich vor ca. einem Jahr relativ ausführlich mit diesem Nationalfeiertag beschäftigt habe – und, schätzt euch glücklich 😛 – einen Beitrag dazu verfasst habe. Auch wenn ich ihn heute vielleicht etwas anders geschrieben hätte, stimme ich meinem 17-jährigen-Selbst in vielen Punkten zu. Daher leiste ich heute mal ganz anspruchsvolle „Copy & Paste“-Arbeit. Thema das Ganzen: Was steckt wirklich hinter Thanksgiving und wie viel von der ursprünglichen Botschaft kommt heute bei den Thanksgiving-feiernden Menschen an?

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24 Dinge, die man (ICH!) als Erstsemester denkt

Es gibt Gedanken, die hat einfach jeder in einer bestimmten Lebenslage. Zwar sind sie so daneben, dass es keiner laut zugeben mag, aber wo kommen wir denn hin, wenn wir uns für Dinge schämen, die allen durch den Kopf schwirren? Daher präsentiere ich euch meinen Sprung ins Kalte Wasser – auf die Gefahr hin, dass ich die Einzige bin, die so denkt und mich jetzt als komplett bescheuert oute. Beten wir, dass dem nicht so ist. 24 Dinge, die (zumindest) ich als Erstsemester denke.

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ME-TIME: Das 30-Minuten-Beauty-Programm mit Schaebens*

Halleluja, ich melde mich aus dem Jenseits. Zumindest fühlte es sich die letzten Tage so an. Uni schlaucht schon etwas und wenn man sich stundenlang biologische Begriffe und Zellennamen ins Hirn prügelt, die bescheidenen Stochastikkenntnisse wieder rauskramen muss und irgendwie noch nicht genau weiß, wie alles von statten geht, fühlt man sich manchmal wie Becken ohne Stöpsel. Volle Birne, randvoll, aber anstatt dass endlich mal wieder alles abfließen kann, kommen am nächsten Tag nur noch mehr Dinge oben drauf: Orte, Menschen, Eindrücke, Skalenniveaus und Ionenkanäle.  An alle, die sich überlegen Psychologie zu studieren und jetzt wegen mir einen kurzen Moment des Zweifelns erleben: Das Studium ist alles in allem (insofern ich das beurteilen kann) sehr sehr schön. Man lernt auch in seiner freien Zeit nicht nur!!! Man hat auch viel Zeit für viel anderes. Nur muss man sich diese Zeit auf wirklich nehmen (!). Schnell versinkt man in langen To Do Listen, will sie einfach nur hinter sich bringen. Doch leider gleicht nicht jede Lebenslage ein Sprint – Uni definitiv nicht. Wenn ich an einem Tag meine Hirnkapazität sprenge, nützt mir das nichts, wenn morgen doch immer noch genug zu tun ist und – und glaubt mir, das ist es.

Ich hoffe, ich bin nicht die Einzige, die schon oft das Superwoman-Syndrom entwickelt hat, sich daran aufgegeilt hat, so viel wie möglich in kurzer Zeit zu schaffen,  und, die lange abgehakte To Do Lists für das Nonplusultra gehalten hat. Wie das ausgeht kann ich euch sagen: Wer zu lange 110% gibt, brennt irgendwann aus. Für einen Marathon ziemlich ungeeignet. Wieso eine Woche Vollgas und dann zwei Wochen Tote Hose, wenn ich jeden Tag 80% geben kann? Meine Erkenntnis nach vielen Fehlschritten: Zeit nehmen. Zeit nehmen, Zeit nehmen, Zeit nehmen! Zeit nehmen für eure Freunde und für alles, was euch noch so wichtig ist. Im besten Fall auch für euch selbst: Gestatten, der Begriff „Me Time“.

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Kolumne: Über Arschlöcher, Enden und Bocksprünge

Da läuft man unbeschwert Richtung Hauptbahnhof, erinnert sich an ganz früher, während man versucht, nicht auf das Laub zu treten, was den Asphalt säumt, und zack – da steht plötzlich er. Läuft an mir vorbei, wir lächeln uns an, nicken uns zu und gehen weiter. Ich warte auf den Moment, an dem auf einmal nichts mehr unbeschwert ist. Auf den Moment, in dem ich mir das falsche Lächeln aus dem Gesicht wische und „Dieses Arschloch“ denke. Es passiert das Unglaubliche: Dieser Moment bleibt aus. Mein Lächeln war echt, genauso wie meine unbeschwerten, leichten Schritte mit denen ich einfach weiterlaufe. Immer noch bedacht darauf, das Lavalaub zu umgehen.

Das nennt man wohl, „Über jemanden Hinwegsein“. Es ist überhaupt nicht anstrengend und vorbereiten kann man sich darauf genauso wenig – von dem einen auf den nächsten Moment ist es einfach so. Ich wundere mich darüber, wie passend der Begriff ist. „Über jemanden hinweg sein“ passt wie angegossen, denn ich fühle mich wirklich überlegen. Dort wo früher so viel Unterlegenheit, so viel Abhängigkeit und Schwäche war, steht meine Wenigkeit jetzt aufrecht. Ich war nicht diejenige, die damals entschied, dass sich unsere Wege erstmal nicht mehr kreuzen. Ich wäre geblieben. Okay, kreuzen tun sich unsere Wege immer noch – ist nicht so, dass sie plötzlich exakt parallel verlaufen würden. Dafür müssten wir uns wohl beide mehr anstrengen. Und dafür müssten wir immer noch aneinander denken und uns überlegen, welchen Weg wir gehen, um den anderen NICHT mehr zu treffen. Pustekuchen. Es ist mittlerweile egal. So kreuzen sich unsere Wege, aber vielleicht eher so wie ein kleiner Pfad in einer fetten Hauptstraße mündet und irgendwo verschoben auf der anderen Straßenseite wieder weitergeht. Die Straße ist aus festem, grauem Asphalt, und der Pfad rutschig, mit Sand überdeckt und so klein, dass man ihn leicht übersieht. Aus meiner Perspektive bin ich die Straße. Aus seiner bin ich der Trampelpfad und vice versa. Irgendwann verlieren Menschen einfach an Bedeutung.

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