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Frühjahrsputz mal anders: Minimalismus 101

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Foto: Sabine von A HUNGRY MIND

Der Winter ist zuende! Die Sonne knallt zum ersten Mal wieder richtig durchs Fenster und plötzlich sieht man es überdeutlich: Überall liegt Staub. Bei der eilig initiierten Putzaktion dann der Schock: Auch in den Schränken herrscht das pure Chaos und wer hat über den rauen Winter hinweg eigentlich die 7 verschiedenen Handcremetuben besorgt? Es ist ein Disaster (pun intended!). Aber irgendwie ist es auch ein gutes Gefühl, denn wenn es endlich wieder Zeit für den Frühjahrsputz wird, sind wir sofort neu motiviert und freuen uns regelrecht aufs Abstauben und Aufräumen. Aber ist es mit dem Aufräumen getan? Für mich persönlich: Nein.

Aber erst einmal: Hi! Hier schreibt Sabine. Es ist mir eine Ehre – Ana hat mich gebeten, den Lesern von Disaster Diary heute einen kleinen Einblick in ein Thema zu geben, mit dem ich mich auf meinem Blog A HUNGRY MIND hauptsächlich beschäftige: Minimalismus. Minimalisten – sind das nicht diese verrückten Backpacker, die neben ihrem Rucksack nur noch eine Badehose und ein Macbook besitzen, keine Unterhosen tragen und als Digital Nomads durch Asien reisen? Oder waren es die Spinner, die nur schwarz tragen und in ihren übergroßen Berliner Altbauapartments auf einer Matratze auf dem Boden pennen? Naja, nein. Auch wenn ich selbst diese beiden Gruppierungen nicht uneingeschränkt “verrückt” nennen würde.

Was steckt denn jetzt hinter „Minimalismus“?

Minimalismus, das heißt im Endeffekt nur: Ich besitze nichts, das keinen Wert für mich hat, und beschäftige mich nicht mit Überflüssigem. Wie der persönliche Besitz am Ende aussieht und welche Menge sich richtig anfühlt – das entscheidet jeder selbst. Die unmittelbare, psychische Erfahrung beschreiben aber fast alle Minimalisten gleich: Weniger überflüssigen Kram zu besitzen ist befreiend. Es fühlt sich großartig an, weil man mehr Platz hat, mehr Geld, und schlicht und ergreifend weniger zu tun. Wer weniger besitzt, muss weniger aufräumen und putzen, braucht morgens keine halbe Stunde um ein Outfit auszuwählen und kann sich dementsprechend auf alles konzentrieren, was wichtiger ist als materieller Besitz. Und das ist eine ganze Menge, oder?

Wie wäre es also, den Frühjahrsputz dieses Jahr zu nutzen, um endlich mit dem Minimalismus anzufangen? Oder zumindest mal reinzuschnuppern. Hier kommen vier Tipps für Einsteiger!

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1) Nicht ordnen und verstauen, sondern ausmisten.

Es ist viel zu verlockend – je mehr Schränke wir haben, desto besser werden wir darin, Dinge wegzupacken. Der gelb-blaue Möbelschwede hat sich sogar aufs Ordnen und Verstauen spezialisiert und bietet Lösungen für jede noch so kleine Bude an. Das ist stellenweise genial, im Alltag geht es aber am Problem vorbei. Während wir es zur Königsdisziplin gemacht haben, im Frühjahr alle Schubladen auszuräumen, durchzuwischen und dann alles neu einzusortieren, so dass es viiiel ordentlicher ist als vorher, vergessen wir nämlich, dass wir es eigentlich nur aus den Augen und damit aus dem Sinn schaffen. Wenn man schon mal jeden Gegenstand in die Hand nimmt, bietet es sich doch eigentlich an, auch seine Daseinsberechtigung zu hinterfragen, bevor man ihm einen (neuen) Platz in der Wohnung zuweist.

So jedenfalls macht es Marie Kondo mit ihrer Kon Mari Methode, die seit dem Buch “The Life-Changing Magic Of Tidying Up” nicht nur bei Minimalisten einen irren Erfolg feiert. Ihr wichtigster Tipp, den ich teile, ist: Sortiere nach Kategorien aus, nicht nach Schubladen. So hast du einen viel besseren Überblick und verzettelst dich nicht. Du trägst also zum Beispiel alle Bücher zusammen und legst sie in die Mitte des Wohnzimmers. Dann setzt du dich hin, nimmst jedes Buch einzeln in die Hand und stellst dir eine Frage. Für Marie Kondo heißt die Frage “Bringt dieser Gegenstand mir Freude?”. Ich würde hinzufügen: “Wenn er mir keine Freude bringt, hat er einen wichtigen Nutzen? Und habe ich etwas anderes, mit dem ich diesen Zweck genauso erfüllen könnte?” So behalte ich zum Beispiel auch ein altes Paar Flipflops – einfach, weil ich sie mein einziges Paar sind und ich sie im Fitnessstudio brauche, auch wenn ich sie nicht besonders hübsch finde.

2) Loslassen – zur Not in Schritten.

Wenn du alle drei Fragen mit Nein beantworten kannst (oder musst), dann brauchst du den Gegenstand vermutlich einfach nicht und kannst ihn wegwerfen, spenden oder verkaufen. Klingt einfach? Ist es auch. Es dauert nur ein bisschen, bis du die ganze Wohnung durch hast. Tipp: Fange am besten mit einer Kategorie an, in der es dir leicht fällt, Sachen wegzugeben. So kommst du besser in die richtige Stimmung und verlierst ein paar Skrupel. Wenn es dir ganz schwer fällt, kannst du Sachen, bei denen du dir wirklich nicht sicher bist, auch erst einmal in einen Karton packen und ihn an einen Ort stellen, wo du ihn nicht ständig siehst. Wenn du dich nach einem Monat nicht an den Gegenstand erinnert hast oder ihn dringend haben wolltest, kannst du ihn guten Gewissens loswerden.

3) Saisonal sortieren, ganzjährig denken

Am besten optimieren kann man meistens den Kleiderschrank. Der größte Trend ist hier die Capsule Wardrobe – pro Jahreszeit soll man dabei etwa 37 Teile (die Zahl variiert je nach Quelle) haben. Ich sehe es mit den Zahlen nicht so eng – mir hilft aber die saisonale Einteilung, weil ich so die Kleidung, die ich in der Saison gar nicht brauche, auf den Dachboden packen kann. Das gibt mehr Raum, Übersicht und optische Ruhe; vor allem wenn man so wie ich nur noch eine Kommode und eine Kleiderstange hat anstatt eines großen Wandschrankes. Wichtig ist nur, dass man weiterhin das ganze Jahr bedenkt und die Einteilung nicht als Gelegenheit nutzt, doch jede Menge anzuhäufen und die Hälfte im Stauraum zu verstecken. Ich investiere in Basics, die das ganze Jahr über gehen, und ergänze sie mit saisonalen Highlights wie einem schönen Schal für den Winter, einem Trenchcoat für den Herbst und Frühling, ein buntes Kleid für den Sommer…

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4) Umstellen statt Blitzdiäten

Das erste große Ausmisten ist ein bisschen wie eine neu entdeckte Diät. Der Erfolg fühlt sich super an. Zurecht! Aber er ist noch lange nicht nachhaltig. So wie man anstelle einer radikalen Diät lieber dauerhaft seine Ernährung umstellen sollte, ist es auch mit dem Konsumverhalten. Die beste Ausmisttechnik bringt nichts, wenn in wenigen Monaten wieder genauso viel Kram angehäuft wurde. Anstatt dich dazu zu zwingen, dich schon bei diesem Frühjahrsputz auf eine bestimmte Anzahl an Dingen zu reduzieren, mach es lieber entspannt und kontinuierlich. Mit dem Ausmisten ist man nie wirklich fertig – und das ist auch okay so. Ich gehe inzwischen ganz routiniert und regelmäßig durch meine Sachen und nehme mir einzelne Kategorien auch mal ganz nebenbei vor. Gleichzeitig achte ich auf das, was ich kaufe, und stelle mir dabei ähnliche Fragen wie beim Ausmisten: Bringt mir dieser Gegenstand dauerhaft (!) Freude? Brauche ich ihn wirklich? Spontankäufe vermeide ich und führe lieber Wunschlisten. Das Problem ist nicht der Konsum an sich – sondern unreflektierter Konsum, den man am Ende bereut, weil er die Wohnung verstopft und dazu Geld gekostet hat, das man für Wichtigeres hätte ausgeben können.

Wie minimalistisch lebt ihr? Kauft und behaltet ihr schon nur das, was ihr wirklich braucht? Wie geht ihr den jährlichen Frühjahrsputz an? 

sabine_ahungrymindAbout Sabine

Wenigbesitzerin und Vieldenkerin, immer irgendwo zwischen dem Hunger auf neue
Erfahrungen und dem Bedürfnis nach einer Fußgängerzone ohne Fußgänger.   Mehr aus ihrer Feder und über die Themen Minimalismus, Fair Fashion und das Leben als #Introvert findet ihr auf ihrem Hamburger Blog A HUNGRY MIND.

Vergiss den Blitzbachelor:
10 Gründe die Regelstudienzeit zu überschreiten

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6 Semester Bachelor. 4 Semester Master. So viel Zeit gibt die Studienordnung den Studierenden in Deutschland, um ihre Ausbildung an einer Universität in Regelstudienzeit zu absolvieren. Der Begriff „Regelstudienzeit“ fungiert als Druckmittel – wer länger braucht, fällt aus dem Raster.

In der Realität sieht dieses Raster allerdings ganz anders aus: Weniger als die Hälfte aller Bachelorabsolventen schaffen ihren Abschluss in Regelstudienzeit. Von der Mehrheit an Studierenden, die den Blitzbachelor mit einem Sprint hingelegt haben, hört man häufig Bedauern, das Studium nicht etwas lockerer angegangen zu sein. Trotzdem eifern viele der besonderen Auszeichnung „made in Regelstudienzeit“ nach. Wieso das überhaupt nicht notwendig ist und sich eine Entzerrung des Studiums sogar auf dem Arbeitsmarkt lohnt, erfährst du in den folgenden 10 Gründen.

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Links | Hier gibt es Studentenrabatt!*

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Mittlerweile ein halbes Jahr Student, kommt es mir langsam in den Sinn mein Dasein finanziell auszunutzen. Dass alle sagen, das Leben als Student sei unglaublich günstig, kommt schließlich nicht von nirgendwo. Nach einer kleinen Internet-Recherche kann ich das nur bestätigen – fast über all stößt man auf Rabatte, die für Studenten bestimmt sind. Nach Vorzeige der Immatrikulationsbescheinung spart man so kleine Vermögen auf teilweise ziemlich große Investitionen. Anstatt mir selbst davon eine Liste zu machen und sie zu überfliegen, ehe ich mich das nächste Mal nach Technik oder einem Zeitschriftenabo umsehe, mache ich eben diese einfach mal publik. Vielleicht erweist sie sich für den ein oder anderen ja als nützlich und kommt gerade Recht.

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Tipps Versagen Zitate

Ein Hoch auf das Versagen

Heute wird auf The Disaster Diary das Versagen gefeiert. Wieso? Weil es sonst leider (noch) nirgendwo getan wird! Generell kommt die absolut zu Unrecht benachteiligte Zwillingsschwester von Erfolg immer viel zu kurz – leider. Dabei ist das Versagen vielleicht des Menschen bester Freund. Die Erfahrung, dass etwas im Leben mal nicht glatt läuft, lehrt uns vieles, was sich später als nützlich erweisen kann. Und das nicht nur, um unseren Kindern irgendwann wichtigtuerisch philosophisch klingende Lebensweisheiten um die Ohren hauen zu können. Mal den Kürzeren zu ziehen lehrt uns vorherzusehen, uns in andere hineinzuversetzen und unseren Egoismus z überwinden. Nur das Versagen bringt uns in die Notwendigkeit zu lernen, nach einem herzzerreißenden Tag wieder aufzustehen und das Krönchen zu richten. Dagegen erscheint mir der viel prominentere Gegenpart „Erfolg“, welcher schnell in Arroganz und Weltfremde abdriftet, fast schon wie der Wolf im Schafspelz.

Befindet man sich grade in einem der Thale des Lebens, dann kann man über solche (zugegeben sehr) optimistischen Aussagen womöglich nur zynisch schnauben. Aber auch wenn es manchmal schwer zu glauben ist: Tiefpunkte sind cool. Fast genauso cool wie tolle, inspirierende Zitate. Und selbst davon findet man unglaublich viele, die das Versagen in den Himmel loben. Einige dieser Pinterest-WeHeartit-Schätze habe ich raus gepickt und in folgender Post-Kreation zusammengestellt – darauf, dass wir das Versagen nicht zu ernst nehmen. 😉

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Gründe für Praktikum

Try, Try, Try: Wieso du unbedingt ein Praktikum machen solltest

Praktikum – ja, nein, …vielleicht? Während einige darauf schwören und andere ihm den Award der Unnötigkeit verleihen, reihe ich mich unter ersteren ein. Klar, die Branche und der eigene Werdegang entscheiden letztendlich darüber, wie entscheidend ein Praktikum ist. Doch auch, wenn dein Studium oder die üblichen Vitas deines Traumberufs ein Praktikum nicht vorschreiben, rate ich dir, trotzdem eins zu absolvieren. Wieso, weshalb, warum – gibt’s im Folgenden.

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Free Editorial Calendar: So planst du deine Blog Inhalte

Früher habe ich immer Spontan gebloggt. Grade mal ein halbes Stündchen Zeit? Dann mal schauen, welches Thema mich grade so interessiert. Zwischen Schule, sehr viel Training und Freunden war das das Hobby, was gar nicht an Verpflichtungen gebunden war. Seit Mai, wo ich auf The Disaster Diary schreibe, hat mich allerdings der Ehrgeiz gepackt: Ich will, dass optisch alles stimmt, dass hier Regelmäßigkeit herrscht und qualitativ hochwertige Inhalte ihren Platz finden. Schrieb ich mal in richtigen Redaktionen, dann plante ich meine Themen auch besser durch, recherchierte mehr und steckte insgesamt mehr Gedanken in meine Arbeit. Wieso nicht auch den Blog so ernst nehmen? … weil wegen Zeit. Ist schließlich nur ein Hobby und kontrollieren tut meine Arbeit eh nur ich selber. 

Um auch mit einer vollen Woche meine Erwartungen zu erfüllen, musste ich wohl oder übel meine Spontanität etwas lockern und anfangen zu planen. Oh Gott, wer mich kennt, weiß, dass ich in Planung den Tod jeglicher Kreativität sehe. Ich habe ihr trotzdem eine Chance gegeben und – siehe da! – so schlimm ist es gar nicht. Da viele Blogger etwas daran hapern, regelmäßig zu bloggen und motiviert zu bleiben, zeige ich euch heute, wie ich vorgehe, und an welchen Tipps ich mich bei meiner Blog Planung entlang hangele.

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mehr Gleichgewicht weniger stress

Nicht Maximum, sondern Optimum: Tipps für mehr Gleichgewicht

Es ist weniger als ein Jahr her, als ich dachte, ich müsste immer in Bewegung sein und dürfte nie nie niemals weniger als 110 Prozent geben. Ich fing an, mir To-Do-Listen zu schreiben und erlebte jedes Mal einen kleinen Anflug von Panik, als am Ende des Tages nicht alle Kästchen mit einem hübschen Häkchen verziert waren. Mein Bauchgefühl verriert mir schon nach wenigen Wochen des Durchtimens und Hetzens, dass da etwas gewaltig schief läuft. Auf 4 Tage Vollgas, folgten 3 Tage Schach Matt auf meinem Bett mit der nächstbesten Serie und einem Glas Nutella. All das erinnert mich rückblickend an eine Szene aus „Eat. Pray. Love“, die – neben meinem gesunden Menschenverstand und der Tatsache, dass das so nicht weiterging – maßgebend dafür war, dass ich heute ganz anders über Arbeit und Leistung denke. Ein charmanter Italiener rät Julia Roberts zu mehr Kaffeepausen und bemerkt, dass die Amerikaner zwar 5 Tage die Woche hart arbeiten, sich das Wochenende über aber im Pyjama in ihr gedimmtes Schlafzimmer verkriechen. Ich erkannte mich wieder.

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Tipps mehr Selbstbewusstsein

How to Not Give A Damn: Tipps für mehr Selbstbewusstsein

Das mit dem Selbstbewusstsein ist doch ein leidiges Thema. Wie sehr quält man sich doch oft aufgrund der Meinungen anderer, entdeckt an sich selbst zu viele Makel und schwört sich, dass alles perfekt wäre, wären wir doch nur mehr wie … Irgendwo und irgendwann, zwischen Diäten und Heulkrämpfen, Grübeleien nachts um 3 und Gemeinheiten, die wir über uns ergehen lassen, sollten wir Mädchen und Frauen dieser Welt lernen, dass es so nicht weitergeht. Zweifel machen unglücklich. Wenn wir zu sehr auf andere hören, trotten wir nur auf der Stelle. Das, was uns wirklich wirklich glücklich macht, können wir eh nur selbst wissen. Letztens sagte jemand zu mir, ich hätte eine „Scheiß egal!“-Einstellung. Erst war ich beleidigt. Ich?! Die Person, die selbst ihr Überdenken überdenkt? Doch dann fiel mir auf, was für ein Kompliment sich dahinter verbirgt. Auch wenn mir die Meinung der anderen schon etwas bedeutet, habe ich aufgehört, sie mein Verhalten so stark zu beeinflussen zu lassen wie früher. Ihr wollt auch eine „Scheiß egal“-Einstellung (bzw. ein gesundes Selbstbewusstsein)? 😛 Zum Crash Kurs geht es hier entlang.

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