Category Archives: Gedankenballett

Wenn ich groß bin, werde ich Autorin: Auftakt

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Marie hat mit 16 Jahren das erreicht, von dem viele träumen: Mit ihrem Manuskript einen Verlag überzeugt und schließlich ihre Worte gedruckt auf den Markt gebracht. In der Reihe „Wenn ich groß bin, werde ich Autorin“ schreibt Marie über die Schritte von Manuskript bis Taschenbuch, gewährt einen Blick hinter die Kulissen einer freien Online Redakteurin und jammert über den Zeitaufwand, den ein zeitaufwendiges Hobby nun mal mit sich bringt. Ihr schreibt auch und habt Fragen zu dem Thema? Dann her damit! Genau um diese Fragen (und im besten Fall Antworten darauf) wird sich diese neue Reihe drehen. 

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Das 3-Uhr-Gedankenballett Round-Up

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Meine Gedankenballette sind etwas ganz besonderes. Für mich, zumindest. Es sind die Beiträge, die ich nachts um 3 schreibe und die, die nach dem ersten Entwurf erstmal in 375397 Korrekturen entschärft werden müssen, weil ich mich gern in Dinge hineinsteigere und plötzlich die gesamte Gesellschaft an den Pranger stelle. Meine Augen schmerzen vor Müdigkeit, ich will eigentlich nichts weiter als ins Bett, doch irgendetwas treibt mich dazu an, genau jetzt, genau jetzt jetzt jetzt, zu schreiben. Als würde mein Leben davon abhängen. Aufs Bett gesetzt, Schneidersitz, Laptop an. Es fließt plötzlich einfach aus mir heraus und ich weiß wieder genau, wieso ich das Schreiben liebe: Weil es mir so unglaublich leicht fällt. Ich hasse das Schreiben, wenn ich keine Worte finde und ich liebe es, wenn ich gar nicht danach suchen muss. Ratet mal, wie spät es grade ist.

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Ida Gard und die Cultural Studies – Vom Mainstream und von Popmusik

Wenn ich gefragt werde, was ich für einen Musikgeschmack habe, stottere ich immer irgendetwas von Mainstream. Ich glaube, ich habe wirklich keinen richtigen Musikgeschmack. Ich mag ganz unterschiedliche Musik, habe keinen Club, von dem ich sagen würde, dass ich dort wegen der Musik besonders gerne feiern gehe, und meine Spotify-Lieblingsplaylist ändert sich eh ständig. Ich höre immer mal wieder Schwanensee und Phantom der Oper, weil ich früher so gerne Ballett getanzt habe, und ich mag Calle Trece, weil sie mich an Spanien erinnern. Manchmal werde ich nostalgisch, dann höre ich Britney Spears und Madonna, ich höre gerne Dota, weil ihre Lyrics super sind, und manchmal sogar Juli, ich höre gerne Imagine Dragons und The Pretty Reckless, ich war früher ein riesiger Fan von Lorde, weil ich ihre Texte liebe. Lorde hat vor kurzem ihre neue Single „Green Light“ veröffentlicht und die Fans regen sich in den Kommentaren unter ihrem Video darüber auf, dass sie ihrem Stil nicht treu geblieben war. Das, was Lorde jetzt macht, sei doch nur Popmusik.

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Willkommen in Lohhausen!

Neuanfänge sind etwas ganz Besonderes. Sie haben etwas Magisches an sich – eine Aufbruchstimmung, in der wir uns selbst einreden, dass ab jetzt alles besser wird. Mitten-Drin-Stecken dagegen hat etwas unglaublich frustrierendes. Entweder man fühlt sich erschlagen von zu viel Arbeit, oder man ist unzufrieden mit der Art von Arbeit, in der man knietief steckt. Wird die Liste der To Dos zu lang, dann sollte man sich natürlich fleißig an die Arbeit setzen. Oder – und diese Alternativlösung erscheint für den Moment meist produktiver – man legt sich hin. Und starrt an die Decke. Und kotzt Selbstmitleid. Dicke Schichten Selbstmitleid. Und suhlt sich darin.

Wie schön wäre alles, wenn…? Wie sehr freue ich mich auf…? Ach hätte ich doch nur…?

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Über Autorenängste, Kafka und einen lesenden Hobbypsychoanalytiker

„Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen“. Das schrieb Mark Twain und brachte damit sicher mehrere Millionen Menschen zum Schmunzeln. Und auch mich und das mehr als einmal.

Was Twain da spielerisch in den Raum wirft, war für mich aber lange Zeit voller Ernst. Schreiben ist leicht. Schreiben ist wie Dominospielen. Ich brauche nur mit einem Gedankenstein anfangen, welcher dann in einer Kettenreaktion die an anderen zum Kippen bringt. Das Produkt klingt dann manchmal gut genug, dass andere es auch gerne lesen. Mein Finger schnellt herab auf die Enter-Taste, die die Worte in die Weiten des Internets schickt. Schreiben ist das leichteste der Welt. Dachte ich zumindest, bis mir plötzlich überzufällig oft Folgendes passierte: Im Gespräch mit Freunden erwähnten sie Dinge, die ich ihnen nie erzählt hatte. Wenn ich ihnen eine Geschichte erzählte, dann gaben sie mir den Eindruck, sie wüssten schon etwas darüber. Als wäre nicht ich, als Person in der Realität, die Quelle, über die man etwas über mich herausfindet. Als hätten sie noch eine weitere Quelle, und wüssten damit viel mehr über mich, als ich preisgebe. Diese zweite Quelle ist mein Blog.

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Thanksgiving – Ein Fest der Dankbarkeit?

Happy Thanksgiving, Leute! – nachträglich. Die Meisten von euch wissen sicher nicht, dass gestern in den USA Thanksgiving gefeiert wurde, einige andere haben über Social Media etwas davon mitgekriegt oder sind schon so amerikavernarrt, dass sie ihre eigene Miniversion davon veranstalten. Mir ist zu diesem Anlass ganz plötzlich eingefallen, dass ich mich vor ca. einem Jahr relativ ausführlich mit diesem Nationalfeiertag beschäftigt habe – und, schätzt euch glücklich 😛 – einen Beitrag dazu verfasst habe. Auch wenn ich ihn heute vielleicht etwas anders geschrieben hätte, stimme ich meinem 17-jährigen-Selbst in vielen Punkten zu. Daher leiste ich heute mal ganz anspruchsvolle „Copy & Paste“-Arbeit. Thema das Ganzen: Was steckt wirklich hinter Thanksgiving und wie viel von der ursprünglichen Botschaft kommt heute bei den Thanksgiving-feiernden Menschen an?

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24 Dinge, die man (ICH!) als Erstsemester denkt

Es gibt Gedanken, die hat einfach jeder in einer bestimmten Lebenslage. Zwar sind sie so daneben, dass es keiner laut zugeben mag, aber wo kommen wir denn hin, wenn wir uns für Dinge schämen, die allen durch den Kopf schwirren? Daher präsentiere ich euch meinen Sprung ins Kalte Wasser – auf die Gefahr hin, dass ich die Einzige bin, die so denkt und mich jetzt als komplett bescheuert oute. Beten wir, dass dem nicht so ist. 24 Dinge, die (zumindest) ich als Erstsemester denke.

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Kolumne: Über Arschlöcher, Enden und Bocksprünge

Da läuft man unbeschwert Richtung Hauptbahnhof, erinnert sich an ganz früher, während man versucht, nicht auf das Laub zu treten, was den Asphalt säumt, und zack – da steht plötzlich er. Läuft an mir vorbei, wir lächeln uns an, nicken uns zu und gehen weiter. Ich warte auf den Moment, an dem auf einmal nichts mehr unbeschwert ist. Auf den Moment, in dem ich mir das falsche Lächeln aus dem Gesicht wische und „Dieses Arschloch“ denke. Es passiert das Unglaubliche: Dieser Moment bleibt aus. Mein Lächeln war echt, genauso wie meine unbeschwerten, leichten Schritte mit denen ich einfach weiterlaufe. Immer noch bedacht darauf, das Lavalaub zu umgehen.

Das nennt man wohl, „Über jemanden Hinwegsein“. Es ist überhaupt nicht anstrengend und vorbereiten kann man sich darauf genauso wenig – von dem einen auf den nächsten Moment ist es einfach so. Ich wundere mich darüber, wie passend der Begriff ist. „Über jemanden hinweg sein“ passt wie angegossen, denn ich fühle mich wirklich überlegen. Dort wo früher so viel Unterlegenheit, so viel Abhängigkeit und Schwäche war, steht meine Wenigkeit jetzt aufrecht. Ich war nicht diejenige, die damals entschied, dass sich unsere Wege erstmal nicht mehr kreuzen. Ich wäre geblieben. Okay, kreuzen tun sich unsere Wege immer noch – ist nicht so, dass sie plötzlich exakt parallel verlaufen würden. Dafür müssten wir uns wohl beide mehr anstrengen. Und dafür müssten wir immer noch aneinander denken und uns überlegen, welchen Weg wir gehen, um den anderen NICHT mehr zu treffen. Pustekuchen. Es ist mittlerweile egal. So kreuzen sich unsere Wege, aber vielleicht eher so wie ein kleiner Pfad in einer fetten Hauptstraße mündet und irgendwo verschoben auf der anderen Straßenseite wieder weitergeht. Die Straße ist aus festem, grauem Asphalt, und der Pfad rutschig, mit Sand überdeckt und so klein, dass man ihn leicht übersieht. Aus meiner Perspektive bin ich die Straße. Aus seiner bin ich der Trampelpfad und vice versa. Irgendwann verlieren Menschen einfach an Bedeutung.

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Tipps Versagen Zitate

Ein Hoch auf das Versagen

Heute wird auf The Disaster Diary das Versagen gefeiert. Wieso? Weil es sonst leider (noch) nirgendwo getan wird! Generell kommt die absolut zu Unrecht benachteiligte Zwillingsschwester von Erfolg immer viel zu kurz – leider. Dabei ist das Versagen vielleicht des Menschen bester Freund. Die Erfahrung, dass etwas im Leben mal nicht glatt läuft, lehrt uns vieles, was sich später als nützlich erweisen kann. Und das nicht nur, um unseren Kindern irgendwann wichtigtuerisch philosophisch klingende Lebensweisheiten um die Ohren hauen zu können. Mal den Kürzeren zu ziehen lehrt uns vorherzusehen, uns in andere hineinzuversetzen und unseren Egoismus z überwinden. Nur das Versagen bringt uns in die Notwendigkeit zu lernen, nach einem herzzerreißenden Tag wieder aufzustehen und das Krönchen zu richten. Dagegen erscheint mir der viel prominentere Gegenpart „Erfolg“, welcher schnell in Arroganz und Weltfremde abdriftet, fast schon wie der Wolf im Schafspelz.

Befindet man sich grade in einem der Thale des Lebens, dann kann man über solche (zugegeben sehr) optimistischen Aussagen womöglich nur zynisch schnauben. Aber auch wenn es manchmal schwer zu glauben ist: Tiefpunkte sind cool. Fast genauso cool wie tolle, inspirierende Zitate. Und selbst davon findet man unglaublich viele, die das Versagen in den Himmel loben. Einige dieser Pinterest-WeHeartit-Schätze habe ich raus gepickt und in folgender Post-Kreation zusammengestellt – darauf, dass wir das Versagen nicht zu ernst nehmen. 😉

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mehr Gleichgewicht weniger stress

Nicht Maximum, sondern Optimum: Tipps für mehr Gleichgewicht

Es ist weniger als ein Jahr her, als ich dachte, ich müsste immer in Bewegung sein und dürfte nie nie niemals weniger als 110 Prozent geben. Ich fing an, mir To-Do-Listen zu schreiben und erlebte jedes Mal einen kleinen Anflug von Panik, als am Ende des Tages nicht alle Kästchen mit einem hübschen Häkchen verziert waren. Mein Bauchgefühl verriert mir schon nach wenigen Wochen des Durchtimens und Hetzens, dass da etwas gewaltig schief läuft. Auf 4 Tage Vollgas, folgten 3 Tage Schach Matt auf meinem Bett mit der nächstbesten Serie und einem Glas Nutella. All das erinnert mich rückblickend an eine Szene aus „Eat. Pray. Love“, die – neben meinem gesunden Menschenverstand und der Tatsache, dass das so nicht weiterging – maßgebend dafür war, dass ich heute ganz anders über Arbeit und Leistung denke. Ein charmanter Italiener rät Julia Roberts zu mehr Kaffeepausen und bemerkt, dass die Amerikaner zwar 5 Tage die Woche hart arbeiten, sich das Wochenende über aber im Pyjama in ihr gedimmtes Schlafzimmer verkriechen. Ich erkannte mich wieder.

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Foo The Fear Of Missing Out

Kolumne: FOMO – The Fear of Missing Out

„Über das Plötzliche Verlangen jemanden zu küssen“, las ich letztens im Spiegel. Dieses Gefühl hat in einer fremden Sprache einen Namen. Auf Deutsch nicht. Wenn ich einer Freundin erzählen möchte, wie das Date war, muss ich lange vor mich hin erklären und hoffen, dass sie versteht, welches Gefühl ich genau meine. Auf dieser titellosen Sprache, deren Wörter es in seltene Wörterbücher geschafft haben, sage ich einfach: Gestern hatte ich voll „Basorexia“. Fertig, jeder, weiß, dass das Date gut lief (aber nicht zu gut). Ähnlich ist es mit Cyberchondria: Die seltsame Nervosität, die eintritt, nachdem man im Internet Krankheiten gegoogelt hat. Da musste ich lachen – über dieses Gefühl habe ich schon oft mit Freunden geredet. Eignet sich übrigens auch ziemlich gut, wenn man Smalltalk hält, es aber nicht wie Smalltalk klingen soll. Jeder kennt dieses Gefühl, und jeder kann mitreden. Ist trotzdem eigentlich namenlos.

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Kolumne: Der Schimmelfleck an meiner Wand

Ferienzeit ist Entrümpelungszeit. Generell sind Feiertage immer gut dafür, Dinge zu tun, die im Schatten der Schule, den Freunden, den Stadtbesuchen und dem Sport in Vergessenheit geraten. Sobald wir mehr Zeit als Pflichten haben, suchen wir uns Neue. Und werden wir dazu gezwungen mal die durch eine Staubschicht gekennzeichneten Bereiche zu durchforsten. In meinem Fall mein Bücherregal.

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liebe

Kolumne: Finger weg von den Peter Pans!

Heute soll es um Dreiecke gehen. Nicht um die Form, die im Kindergarten eine große Herausforderung beim Zeichnen darstellte, sondern ein heute nicht unbeliebtes Mittel in Kultur und Literatur. In Büchern zum Beispiel. Oder in Filmen. Das altbekannte, beinahe ausgelutschte Liebesdreieck wird nämlich in fast jeder der großen tragischen Liebesgeschichten eingesetzt. Bestes Beispiel: Twilight. Wie viele Fans riss das herzzerreißende Hin-und-Her zwischen #TeamEdward und #TeamJacob in den Meyer-Wahn? Nur wenige dachten sich „Entscheid dich doch mal, Bella!“. Der Großteil der Zuschauer und Leser war mehr als gefangen in diesem komischen Bild von Liebe, in der plötzlich nicht mehr zwei, sondern drei Leute eine Rolle spielen. Anscheinend also nicht ganz sinnlos, wenn es darum geht Spannung zu steigern und Drama zu erzeugen. Wie so oft, verfallen tausende Fans der Illusion, auch so eine Situation zu erleben zu wollen, verwechseln fiktive Geschichten mit ihrem eigenen Leben und denken ganz unterbewusst wirklich, dass so Liebe aussehen muss. Schießlich wurde diese Liebesgeschichte abgedruckt und verfilmt und hat einen Haufen Kohle gemacht.

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Vom Primaballerina Sein

Das Leben ist echt nicht easy. Mag sein, dass man Geld wie Asche hat, dass man ein wahres chinesisches Klavierwunderkind ist, sein Abitur mit 0,9 abschließt oder mit 15 Jahren eine nobelpreisreife Erfindung patentiert – es ist trotzdem nicht einfach. Wie sagt man so schön: Man will das, was man nicht haben kann? Unterschreib ich sofort! Das was man möchte, ist nämlich nie im Sonderangebot. Dafür muss man seine Big-Girl-Panties anziehen und etwas Mut haben. Aber auch wenn man sich sein Leben lang den Arsch aufreißt und seinen Träumen hinterher rennt, so gibt es doch immer ein Leben, welches nicht das eigene ist, was man so gerne parallel leben würde. YOLO ist eine Schande.

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schule

Herzensworte über die Schule

Here we are. Endlich das Ende und ich fühle mich gezwungen zu realisieren, was grade passiert ist. Ich bin glücklich, aber nicht erleichtert, wie ich erwartet habe. Ich bin einfach nur glücklich, so weit gekommen zu sein. 12 Jahre sind eine unglaublich lange Zeit – so lang, dass es eine Zumutung wäre von mir zu verlangen, meine Schulzeit mit einem Wort zusammenzufassen. Wenn ich dazu gezwungen werden würde, würde ich meine Schulzeit wohl mit dem Wort „Schule“ beschreiben. Es gibt keine Adjektive, mit denen ich 80% meines Lebens zusammenfassen kann. „Schule“ steht für sich alleine, alle wissen, was gemeint ist und alle stellen sich darunter etwas anderes vor.

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